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Metropolitan Opera: Rusalka

März 1, 2014

Mein Ausflug nach New York galt nicht primär der Metropolitan Opera, begann aber dort mit einer Opernvorstellung, für die ich ganz sicher nicht extra angereist wäre, die Uralt Rusalka Produktion der (geliebten) Uralt Garde Otto Schenk/Günther Schneider-Siemssen/Sylvia Strahammer.

Hat man sich allerdings auf die Art der Inszenierung (fast nach Dekaden wieder)eingelassen, was ich tat, erlebte man eine märchenhafte Geschichte mit einem herzzerreissenden Ende.
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Im liebevoll ausgestatteten, naturalistischen Ambiente von Schneider-Siemssens Bühne verkörperte Renée Fleming Rusalka mit anmutigem Spiel. Die jugendliche Nixe nimmt man ihr jederzeit ab. Stimmlich gibt sie Hundert Prozent und mehr, singt mit jugendlichem Schmelz, ohne jeglichen von mir früher bemängelten säuerlichen Unterton. Hinreissend! Man sagt, es sei dies ihr Abschied von der Rusalka gewesen. Muß nicht sein.

Der Prinz ist für mich eine von Piotr Beczalas besten Rollen, in der er die Perfektion seiner Technik und das Spektrum seiner Stimme ausspielen kann. Der Charakter des Prinzen ist vielgestaltig. Vom balzenden Jäger über den enttäuschten Liebhaber zum Duca-ähnlichen Opportunisten ist ein beachtlicher Bogen, der zu einem kathartischen Ende führt, des Prinzen Tod. Piotr Beczala fügte sich in das Rusalka Märchen darstellerisch gut ein, möglicherweise entspricht die Produktion seinen Erwartung an eine Inszenierung. Der kleine Kickser der Kinoübertragung wiederholte sich in der von mir besuchten Vorstellung nicht. Die Todesszene empfand ich als herzzerreissend gesungen.
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Emily Magee gab ihr Met Debüt in der Rolle der Fremden Fürstin, die sie respektabel verkörperte, wiewohl ich eine andere Rolle für angemessener für diese ausgezeichnete Sängerin gehalten hätte.

Dolora Zajick gab eine durchschlagkräftige Ježibaba.

Gut gefiel mir auch John Relyea als Wassermann, vor allem stimmlich, optisch ist der Wassermann natürlich das größte Relikt aus vergangenen Regiezeiten. Leider vorenthält die Met den Besuchern die Namen mancher Nebendarsteller; Rusalkas zwei Schwesternymphen spielten entzückend und sangen gut.

Eine wirklich gelungene Neuinstudierung einer vielleicht doch erhaltenswerten Produktion.

Rusalka
Antonín Dvořák
14. Februar 2014

Besetzung

Musikalische Leitung: Paul Nadler
Rusalka: Renée Fleming
Foreign Princess: Emily Magee
Ježibaba: Dolora Zajick
Prince: Piotr Beczala
Water Sprite: John Relyea

Produktion: Otto Schenk
Set Designer: Günther Schneider-Siemssen
Kostüme: Sylvia Strahammer
Licht Designer: Gil Wechsler
Choreographer: Carmen de Lavallade


Production photos for Rusalka by Ken Howard/Metropolitan Opera

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