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Opernfestspiele: Lucrezia Borgia

Juli 30, 2011

Emanuele D'Aguanno, Pavol Breslik, Franco Vasallo / Foto (c) Bay.Staatsoper

Nicht viel zu berichten gibt es über die Lucrezia Borgia Aufführung während der Münchener Opernfestspiele, da (beinahe) jede bisher von mir besuchte Aufführung dieser Produktion der Bayerischen Staatsoper Festspielcharakter hatte. Über die Inszenierung an sich habe ich in der Vergangenheit mehrfach berichtet. Wer sich für Bilder oder die Beschreibung interessiert, mag sich auf der Homepage der Bayerischen Staatsoper informieren oder in früheren Beiträges meines blogs.

Besetzt war dieses Mal fast ausschließlich mit der „Stammcrew“. Ohnehin hat man fast immer nur mit Gennaro und Orsino experimentiert, mal mit mehr Erfolg (Gennaro) mal mit weniger (Maffio Orsini).

Das vokale Glanzlicht war denn auch der Premieren-Gennaro Pavol Breslik, einer der Lieblinge des Münchener Publikums. Der junge Sänger glänzte mit leidenschaftlichem Spiel und sehr kraftvollem, technisch tadellosem Gesang. Sein elegantes Timbre finde ich berückend, es hebt ihn heraus aus der Riege der guten jungen Tenöre. Franco Vassallo sang Don Alfonso bereits in der Premiere und wusste als Darsteller des perfiden Ehemanns Lucrezias und stimmlich aktuell ebenso zu überzeugen wie damals. Keine Klagen gibt es über die in der Besetzungliste namentlich aufgeführten Sänger der übrigen Rollen, die sich durchweg auf hohem Niveau präsentierten.

Weniger begeistern konnte ich mich dieses Mal für Silvia Tro Santafé als Maffio Orsini. Sie wollte kraftmeiern, aber konnte nicht. Heraus kam ein uneinheitlicher Singsang, begleitet von störendem Vibrato und etwas beliebiger Atmung, ohne erkennbare musikalische Linie.

Vermutlich hat Edita Gruberova wie wir alle gute und weniger gute Tage; gewöhnlich merkt man ihr die Unterschiede nicht an. Ihre Interpretation der Lucrezia zeichnet sich keineswegs durch reinen Schöngesang und Virtuosität aus. Deutlich war vor allem zu Beginn erkennbar, daß sie um hohe Töne auch kämpfen muß. Mit Hingabe an ihre Rollen und ihrer hohen Professionalität meistert sie solche Klippen, gibt die Schönheit oder Reinheit des Tones zugunsten des Ausdruckes auf. Lange Rede kurzer Sinn – auch dieser Abend endete mit einem Triumpf der Gruberova. Einem Arbeitssieg.

Besetzung am 25. Juli 2011

Musikalische Leitung Paolo Arrivabeni
Regie Christof Loy
Bühne Henrik Ahr
Kostüme Barbara Drosihn
Licht Joachim Klein

Don Alfonso Franco Vassallo
Donna Lucrezia Borgia Edita Gruberova
Gennaro Pavol Breslik
Maffio Orsini Silvia Tro Santafé
Jeppo Liverotto Nam Won Huh
Don Apostolo Gazella Christian Rieger
Ascanio Petrucci John Chest
Oloferno Vitellozzo Dean Power
Gubetta Steven Humes
Rustighello Emanuele D’Aguanno
Astolfo Balint Szabo

Bayerisches Staatsorchester
Chor der Bayerischen Staatsoper

One Comment leave one →
  1. baerbl wagner permalink
    Juli 31, 2011 06:15

    Wenn Edita Gruberova bei uns singt, bin ich, als großer Fan, natürlich zur Stelle! Seit vielen Jahren fasziniert mich diese Sängerin! So auch wieder an diesem Abend. Sie lebt jede Rolle und stellt den „Belcantogesang“ für die Darstellung und Interpretation der jeweiligen Rolle in den Hintergrund. Ihre einzigartige Pianokultur – Crescendo, Decrescendo auf den Spitzentönen ist für mich nach wie vor unerreicht!So auch an diesem Abend! Und bei er Autogrammstunde nach der Vorstellung war sie – sie immer- freundlich,bescheiden und ganz natürlich; eine ganz große Persönlichkeit!

    Liebe Grüße, Bärbl

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