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Syrakus, mythisch

April 3, 2009

Was, zum Teufel, bauen die da? Sie verbauen die Sicht auf Hafen und Meer von der Promenade aus. Warum?
Siracusa Ortigia 2009
Oberhalb der wunderschönen, schattigen Promenade am Hafen führt der Weg zur Fonte Aretusa. Fassungslos sah ich, dass in voller Länge des Foro Vittorio Emanuele ein etwa zwei Meter hohes Betonbauwerk hochgezogen wird, das den Blick auf Hafen und Küste verdeckt und die Promenade eigentlich nutzlos macht.

Foro Vittorio Emanuele, Ortigia

Foro Vittorio Emanuele, Ortigia


Ich bin mal gespannt, was das werden wird. Vielleicht legt man ja die Promenade um zwei Meter höher und füllt das Gelände auf. Nur, was wird dann aus den herrlichen Bäumen?

Ein paar Meter vom ionischen Meer liegt die Fonte Aretusa, eine Süsswasserquelle, deren Existenz Syrakus ihre Gründung und ihren Bestand über die Jahrtausende verdankt. Sie ermöglichte die Versorgung der Schiffe und der Stadt mit Trinkwasserenz. Die Quelle umhüllen allerhand Mythen. Selbst Dionys (der Tyrann) soll einst darin gebadet haben.
Siracusa Ortigia 2009  Fonte Aretusa

Wie auf dem Foto deutlich zu erkennen, ist Alpheus hinter Arethusa her, die aber nichts von ihm wissen will oder sich ziert. Der Jäger Alpheus ist der Sohn des Ozean (auch so ein Womanizer). Um ihre keusche Nymphe Arethusa zu schützen, verwandelt sie Artemis (Göttin der Jagd) in eine Quelle auf der heiligen Insel Ortigia. Zeus, beunruhigt, dass Alpheus in die Fussstapfen seines liederlichen Vaters Ozean treten könnte, verwandelt den Jungen in einen Fluss und verlegt ihn in die Nähe des griechischen Olympia. So schnell gab Alpheus allerdings nicht auf. Er wollte von Arethusa nicht lassen. Um sich nicht mit dem ionischen Meer zu vermischen (keiner ausser ihm sollte die Nymphe kriegen), floss er unterirdisch nach Sizilien, um zu der begehrten Arethusa zu gelangen. In Olympia ging die Sage, wenn am Ufer des Alfeo-Flusses Tiere geopfert wurden, färbte sich das Wasser der Arethusa blutrot.

Heute ist der mythische Ort mit Steinen gefasst. In dem klaren Wasser der Quelle wächst Papyros, eine weitere Spezialität von Syrakus, die ca. 250 v.Ch. aus Ägypten angesiedelt wurde. Zum Zeitpunkt meines Besuches waren die Stauden noch etwas winterlich zerzaust. Der junge Nachwuchs war im Quellwasser schon deutlich sichtbar.

Siracusa Ortigia 2009  Fonte Aretusa Siracusa Ortigia 2009  Fonte Aretusa

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