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2011 Festspiel-Saison – 1. München

Februar 12, 2011

Langsam trudeln sie ein, die Zusagen und Absagen der vor Wochen und Monaten bestellten Festspielkarten. Gestern kam Auftragsbestätigung für meine Bestellung für die Münchner Opernfestspiele. So mancher meiner Blog-Leser und auch meiner Bekannten aus dem richtigen Leben hat sich gewundert, daß ich in diesem Jahr nicht unter den Anstehern für den Erstverkauf zu finden war. Eine pragmatische Entscheidung zum Teil, denn in der Woche des Anstehwahnsinns fand in diesem Jahr die große „Bau“-Messe statt und die Hotelpreise in der Innenstadt stiegen in unanständige Höhen. Da ich mir keinen Streß wegen ein paar Opernkarten aufladen will, möchte ich die „Appelle“ gerne zu Fuß wahrnehmen und nicht dauernd hin- und herfahren. Daneben fürchtete ich einen Ansturm von Kaufmann-Fans, der es vermutlich erforderlich gemacht hätte, gleich zweimal im Hotel zu übernachten. Für das gesparte Geld und den nicht nötigen Verdienstausfall konnte ich leicht eine schriftliche Bestellung in höheren Kartenkategorien aufgeben als sie im Erstverkauf gefragt sind. Die mir im schriftlichen Vorverkauf zugeteilten Karten sind gute Plätze der jeweiligen Preiskategorien, so daß kein Grund zu Klage besteht.

Ich freue mich auf folgende Vorstellungen:

Saint François d’Assise von Olivier Messiaen, Festspiel-Premiere. Unter der musikalischen Leitung von Kent Nagano, der eine besondere Affinität zu dem Komponisten hat, kann eigentlich nichts schief gehen. Daß es sich dabei um eine Koproduktion mit dem Teatro alla Scala handelt, sollte kein schlechtes Omen sein. Gespannt bin ich, ob Hermann Nitsch einen Spagat schafft.

Der Häuslebauer – Lohengrin steht auch auf meinem Festspielprogramm, weil Nagano dirigiert und mit Seiffert, Pieczonka, W. Meier, Struckmann und Sigmundsson interessante Sänger antreten, die es in dieser Zusammensetzung in dieser Inszenierung bisher nicht gab.

Wie gut ich Daphnis und Chloé fand, schlägt sich im erneuten Besuch während der Festspiele nieder, eine Ballettrarität in meinem Ticket-Portfolio. Nicht nur glänzend choreografiert, sondern ebenso musiziert. Tanzt, tanzt, sonst sind wie verloren!

Meine Vorbehalte gegen die Kusej-Inszenierung der Rusalka habe ich nicht für mich behalten. Ich mag niemand, auch keinen Regisseur, der mir Gedankenspielraum nimmt, d.h. hier, der mir keinen Raum lässt für eine eigene Interpretation. Das heisst nicht, daß ich die Leistung der Sänger mißachte, und ich negiere auch nicht die gute Personenregie und handwerkliche Leistung. Angesichts des Sängers, der als Prinz angekündigt ist, und Dvoraks aussergewöhnlichen Musik, komme ich um den Besuch der Rusalka allerdings nicht herum.

Der selten gespielte Rosenkavalier, keine Neuinszenierung, sondern der aufpolierte von Rose/Schenk, ist Rahmen für Anja Harteros Debüt als Marschallin. Hingehen ist Pflicht (und Freude). Leif Segerstam dirigiert und auch der Rest der Besetzung ist nicht zu verachten (Beczala als Sänger, welch ein Luxus!).

Die zweite Festspiel-Premiere, Mitridate, rè di Ponto, wird im Prinzregententheater in von David Bösch in Szene gesetzt und von Ivor Bolton dirigiert.

Lucrezia Borgia ist unverzichtbar, wenn Edita Gruberova mit ihr ebenbürtigen Sängerkollegen auftritt, wie es auch dieses Mal zu erwarten ist.

Gekrönt werden sollten meine diesjährigen Münchner Festspiele mit einem Besuch von Tristan und Isolde mit Ben Heppner, Nina Stemme und René Pape, dirigiert von Kent Nagano. Ausgerechnet für die großartige Peter-Konwitschny-Inszenierung hatte mich bei der Auswahl der Kategorie ein Sparwahn befallen, so daß ich keine Karte zugeteilt bekam. Nun ist ja noch nicht aller Tage Abend und a bisserl was geht ja bekanntlich immer.

Das ist im Großen das Programm, das mich im Juli erwartet. Ergänzt werden wird es sicher noch durch den einen oder anderen Liederabend (auch für den Gerhaher-LA erhielt ich übrigens eine Absage), aber das wird sich ergeben, sobald der Restkartenverkauf losgeht.

Nun warten wir, was Salzburg bringen wird. Kann nicht mehr lange dauern.

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