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Bayerische Staatsoper: Die Zauberflöte

Januar 8, 2012

Drei Damen (Laura Tatulescu, Angela Brower, Okka von der Damerau), Papageno Christian Gerhaher, Daniel Behle (Tamino)/ Foto c Bay. Staatsoper

Aufführung am 29. Dezember 2011

Erika Miklósa (Königin der Nacht), Daniel Behle (Tamino) Foto c Bay.Staatsoper

Georg Zeppenfeld (Sarastro), Julia Kleiter (Pamina) / Foto c Bay. Staatsoper

Musikalische Leitung Asher Fisch
Inszenierung August Everding
Neueinstudierung Helmut Lehberger
Bühne und Kostüme Jürgen Rose
Licht Michael Bauer
Choreographische Mitarbeit Beate Vollack
Chöre Sören Eckhoff

Sarastro Georg Zeppenfeld
Tamino Daniel Behle
Sprecher Diogenes Randes
Königin der Nacht Erika Miklósa
Pamina Julia Kleiter
Erste Dame Laura Tatulescu
Zweite Dame Angela Brower
Dritte Dame Okka von der Damerau
Drei Knaben Tölzer Knabenchor
Papageno Christian Gerhaher
Papagena Iulia Maria Dan
Monostatos Kevin Conners
Erster Geharnischter / Zweiter Priester Kenneth Roberson
Zweiter Geharnischter / Dritter Priester Christoph Stephinger
Erster Priester Alfred Kuhn
Vierter Priester Rüdiger Trebes
Drei Sklaven Markus Baumeister
Walter von Hauff
Philipp Moschitz
Bayerisches Staatsorchester
Chor der Bayerischen Staatsoper

Alle Jahre wieder und oftmals sogar schön – Zauberflöte zur Weihnachtszeit in der Bayerischen Staatsoper. August Everdings Inszenierung der Zauberflöte hatte am 30. Oktober 1978 Premiere. Sie ist quasi sein Vermächtnis an die Bayerische Staatsoper. Im Gegensatz zu anderen ebenfalls etwas älteren, „schön“ anzusehenden Inszenierungen, die noch gezeigt werden, ist diese alterslos und hat ihren romantischen Zauber nicht eingebüßt. 2004 wurde sie neu einstudiert, Kulissen und Kostüme unter Mitwirkung von Jürgen Rose erneuert und instandgesetzt. Vielleicht hält sie nochmal 25 Jahre.

Opernbesuche „zwischen den Jahren“ und an den Weihnachtsfeiertagen meide ich in letzter Zeit. Steht die Zauberflöte auf dem Programm stehe ich immer vor der schweren Entscheidung, ob der zu erwartende Genuss das Ärgernis der schwätzenden, maßregelnden, erklärenden Omas/Tanten/Mütter überwiegen wird. Angesichts der fabelhaften Besetzung in diesem Jahr ging ich das Risoko ein, und siehe da, die Kinder benahmen sich tadellos (wie meistens ohne Erwachsene). Dafür wurde mit Hingebung gehustet; offenbar gibt es keine Taschentücher mehr auf dieser Welt. Sonst gab es nicht zu meckern an diesem Opernabend.

Besonders gespannt war ich auf Christian Gerhahers Papageno. Irgendwie konnte ich mir nicht vorstellen, daß er in diese Rolle schlüpfen könnte, so ernsthaft und seriös, wie er immer daherkommt oder wie ich das zumindest empfinde. Natürlich habe ich seinen Salzburger Papageno gesehen … trotzdem. Er kam als eher schüchterner Naturbursche, schaute mit großen Augen in die reale Welt und sang Papageno in seiner Auftrittsarie mit einer Stimme, die wie ein sanfter Wind durch die Blätter der Bäume wehte. Im Verlauf des Abends sah ich keinen vorlauten Draufgänger-Papageno, sondern einen zögernden, geradezu ängstlichen, neugierigen Waldmenschen, der auslotet, was geht draußen in der Welt. Musikalisch gestaltete Gerhaher die Partie liedhaft, manchmal gegensätzlich zur Darstellung. Ich fand ihn hinreissend.

Daniel Behle debütierte in München als Tamino, hochgelobt im Vorfeld. Seine Besetzung war sehr passend; etwas steif wirkte er vielleicht auf der Bühne, aber so ist dieser Tamino wohl auch angelegt. Sein lyrischer Tenor klingt etwas weiß für meinen Geschmack, dafür scheppert die Stimme aber nicht. Mit Julia Kleiter hatte man für Pamina eine ausgezeichnete Wahl getroffen. Ich glaube, auch sie debütierte in dieser Rolle in München. Warm klingt ihr lyrischer Sopran und ohne Schärfe. Königin der Nacht war in diesem Jahr wieder Erika Miklósa, die sich nicht hervortat unter ihren Sängerkollegen, aber vor allem eine sehr solide 2. Arie sang. Sehr angenehm überrascht war ich von Sarastro und Georg Zeppenfelds sowohl darstellerischer wie stimmlicher Präsenz.

Präzise geprobt hatten nicht nur die drei Damen sondern auch die übrigen Künstler aus dem Hausensemble und die Tölzer Knaben. Asher Fischs Dirigat fand ich solide, wenig spektakulär, das Orchester ausgezeichnet.

Sie lebe noch lange, August Everdings zauberhafte Zauberflöte (mit Text von Schikaneder und Musik von Mozart)!

One Comment leave one →
  1. Baerbl Wagner permalink
    Januar 9, 2012 13:09

    Die „angestaubte“ Inszenierung passt zur Zauberflöte.
    Christian Gerhaher als Papageno war stimmlich wie immer sehr kultiviert und auch darstellerisch hat er mich überzeugt. Allerdings war er an manchen Stellen doch zu leise für das große Haus.Trotzdem:gesanglich ein Ohrenschmaus! Daniel Behle ist wohl zur Zeit der beste Tamino.
    Julia Kleiter sang mit ihrem lyrischen Sopran eine zauberhafte Pamina.
    Die Rolle der Königin der Nacht ist teuflisch, aber Erika Miklosa hat die Partie gut bewältigt. Einzig Georg Zeppenfeld als Sarastro hat mich stimmlich enttäuscht. Alles in Allem aber: ein schöner Opernabend!

    Lieben Gruß, Bärbl Wagner

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