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Bay. Staatsoper – La Bohème

Dezember 22, 2011

Szenenfoto (Café Momus) (c) Bay. Staatsoper


Nach längerem Zögern (irgendwann waren es einfach zu viele Bohèmes) gönnte ich mir eine vorweihnachtliche Vorstellung, deren Besetzung nach meiner nicht sehr sicheren Erinnerung ursprünglich ganz anders vorgesehen sein könnte, mit wem weiß ich allerdings nicht mehr.
Angetreten sind letztlich am 21. Dezember 2012:

Mimi Maria Agresta
Musetta Anna Virovlansky
Rodolfo Arturo Chacón-Cruz
Marcello Michael Nagy
Schaunard Simone Del Savio
Colline Goran Jurić
Parpignol Dean Power
Benoît Alfred Kuhn
Alcindoro Rüdiger Trebes
Ein Zöllner Tareq Nazmi
Sergeant der Zollwache Peter Mazalán

Keiner der mir weitgehend unbekannten Sänger der Hauptrollen enttäuschte. Ganz im Gegenteil. Maria Agrestas hat einen gut geführten, kräftigen Sopran, modulationsfähig genug, Mimis Verfall stimmlich darzustellen. Ihr Stimmtimbre harmonierte außerdem gut mit Arturo Chacón-Cruzs leicht baritonal gefärbtem Tenor, der sich im Lauf des Abends in eine Art Rausch sang und dessen Spiel mir auch sehr gut gefiel. Michael Nagy gab eine stimmliche Luxusversion von Marcello, fügte sich aber gut in das Ensemble ein. Seine Stimme hörte sich unglaublich groß an. Simone Del Savio als Schaunard und Goran Jurić Colline komplettierten das homogen auftretende Quartett der Freunde.
Besondere Erwähnung verdient Anna Virovlansky, mit der man endlich mal eine Musetta besetzt hatte, die spielen UND singen kann und keine Soubrette ist. Sie gefiel mir außerordentlich.

Gewohnt professionell präsentierten sich die Ensemblemitglieder der Bayerischen Staatsoper in den Neben- und Charakterrollen. Uneinheitlich der Chor. LB ist eben doch Mainstream-Repertoire.

Die musikalische Leitung oblag einmal wieder dem feschen Dan Ettinger mit dem gelben Haar, der den Abend zuerst etwas zu flott anging nach meinem Dafürhalten, dann aber zu einem sehr moderaten Tempo fand.

Für mich war das ein musikalisch und szenisch ein überaus gelungener Abend.

Kleine Bemerkung am Rande, vielleicht wird das jetzt ja eine neue Mode: Beim Öffnen des Vorhanges zum vierten Bild (An der Zollschranke), in dem es in Otto Schenks Inszenierung von 1969 so schön schneit und die Bäume so schön kahl sind, ging ein Raunen durch das animierte Publikum, das nur mit Mühe den Szenenbeifall unterdrückte.

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