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Daniele Gatti im Abo-Konzert mit Berg-Mahler-Wagner

November 20, 2011

Ein Programm wie ein Potpourrie. Etwas, das ich normalerweise meide wie der Teufel das Fegefeuer. Ich wollte es mir trotzdem anhören, da ich Daniele Gatti noch nie im Konzert hörte, Angela Denoke sehr hoch einschätze und den hochgelobten Michael Nagy noch nie live erlebte.
ALBAN BERG
„Drei Bruchstücke aus der Oper Wozzeck“ für Gesang und Orchester

GUSTAV MAHLER
Lieder aus des Knaben Wunderhorn
x Wo die schönen Trompeten blasen
x Der Schildwache Nachtlied
x Revelge
x Der Tamboursg’sell

GUSTAV MAHLER
Adagio aus Symphonie Nr. 10 (Fragment)

RICHARD WAGNER
Vorspiel und „Isoldes Liebestod“

Angela Denoke gilt als eine der führenden Marie Interpretinnen. Die drei „Bruchstücke“ bringen die Wozzeck-Sache gewissermassen auf den Punkt. Angela Denoke auch. Grossartig.

Was an Michael Nagy zuerst besticht ist die Schönheit seiner Stimme. Neben seiner Jugend. Glasklare Diktion bestimmt seinen Liedgesang. In den vier ausgewählten Wunderhornlieder kann er die beträchtliche Wandlungsfähigkeit beweisen. Die harschen Momente könnte man nach meinem Geschmack noch mehr präzisieren. Das wird die Zeit mit Sicherheit bringen. Ein überzeugender Auftritt.

Isoldes Liebestod, gesungen von Angela Denoke, beschloss den Abend. Ich wünsche mir sehr, daß der von ihr als „Versuch“ bezeichnete Auftritt eines Tages zu einer kompletten Isolde auf der Bühne führen wird. Darauf würde ich mich freuen.

Ich habe Daniele Gatti in der letzten Zeit mehrfach als Operndirigent erleben können und war gespannt auf den Konzerteindruck. Soweit es die Solistenauftritte betrifft, so hörte ich bei den Berg-Bruchstücken wie den Mahler-Lieder und vor allem bei Wagner Respekt für der beiden Sänger, ohne die Orchesterlinie zu vernebensächlichen. Herzstück des Abends und bleibende Erinnerung war allerdings das Mittelstück, Mahlers Adagio aus der Symphonie Nr. 10, von Gatti mit dem ganz großen Atem auswendig dirigiert und dem Br-Symphonieorchester nachdrücklich wiedergegeben. Ein Stück für den November, melancholisch, aber keineswegs trostlos.

Ich besuchte das 1. Abokonzert C, Herkulessaal der Residenz, Donnerstag, 10.11.2011
Das komplette Konzert kann auf der Seite des BR unter Konzert on demand noch ein paar Tage nachgehört werden. Dort klingt vor allem Nagys Liedgesang noch eindringlicher als im 1. Konzert einen Tag vor der Radio-Aufnahme

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