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Die Besteigung des Empire State Building und ihre Tücken

Mai 10, 2011

Ich betrachtete mich bisher nicht gerade als besonders enthusiastische USA-Reisende; andere Ziele reiz(t)en mich mehr, und ohne den vielversprechend klingenden neuen Ring an der Metropolitan Opera hätte es auch den Ausflug nach New York nicht gegeben. Wer weiß, was gewesen wäre, wenn die Berichte über die Inszenierung vor meinem Kartenkauf veröffentlicht worden wären.

Nun war ich aber da, meine musiktouristischen Erwartungen hatten sich weitgehend erfüllt und wurden teilweise übertroffen. Alle Menschen, die ich getroffen und mit denen ich gesprochen hatte, waren überaus freundlich, Aushängeschilder sozusagen für ihre Stadt. Einen Plan für die Verbringung der Zeit zwischen den Aufenthalten im Lincoln Center hatte ich nicht, keine touristische to-do-liste. Ich wollte ein bißchen rumstromern und Atmosphäre schnuppern.

Von oben natürlich auch, und da ich Warteschlangen nicht mag, buchte im vorab ein sogenanntes „Express-Ticket“ für das Empire State Building. Für den Besuch des ESB kann man Tickets vor Ort kaufen, zuhause am PC, die das Anstehen an der Kasse ersparen und eben auch die Expresstickets, die einen direkt ohne Wartezeit nach oben bringen. Natürlich musste ich nicht an der Kasse warten – viele andere, die vorab gebucht hatten, allerdings auch nicht. Und so geriet ich in eine Schlange, nach meiner Meinung die Expressticket-Schlange. Nach einer Stunde geduldigen Wartens und intensiven Verhaltensstudien meiner Mitwartenden kam mir der Verdacht, daß ich vielleicht nicht in der richtigen Schlange anstand. Ich fragte einen der Aufseher, der das bestätigte und mich hieß, über die Absperrung in die „fast lane“ zu steigen. Das bekam mir nicht allzu gut, denn ich blieb an der Kordel hängen und stürzte ziemlich schmerzhaft auf einen der umgefallenen Metallpfosten. Es tat zwar weh, aber mit solchen Nebensächlichkeiten konnte ich mich nicht abgeben. Offensichtlich ist es so, daß diese Expresstickets von fast niemand gekauft werden. Ich wäre also tatsächlich ohne jegliches Warten in Minutenschnelle vom 1. in den 80. und vom 80. in den 86. Stock gefahren worden. Leider kann ich nicht sagen, beim nächsten Mal weiß ich es, weil ich dorthinauf sicher nicht mehr fahren werde. Nicht daß es sich nicht lohnte, denn die Aussicht ist wirklich überwältigend. Aber es muss nicht gerade das Empire State sein.

Meinem Bein bekam der Besuch auf dem Wolkenkratzer nicht. Das Knie schwoll nach dem Sturz an, das Bein war von oben bis unten ein einziger Bluterguss, der Fuss geschwollen. Statt am nächsten Tag durch den Central Park zu laufen, musste ich mich von einem Fahrradtaxler chauffieren lassen. Und auch nach fast zwei Wochen bin ich noch immer beeinträchtigt. Was lernte ich daraus? Nichts. Ich mag nach wie vor weder anstehen noch Treppen steigen.

Und ohne den Sturz hätte ich diese fantastische Aussicht nicht erlebt. Wenn ich mir vorstelle, ich wäre da hinunter gestürzt statt hinauf …

Noch mehr schöne Aussichten auf meinem Flickr Fotostream.
View from Empire State Buildingt

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