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Heute im Repertoire …

April 3, 2011

Lucrezia Borgia an der Bayerischen Staatsoper
Unverhofft kommt oft, heißt es. An der Bayerischen Staatsoper so oft nun auch wieder nicht. Heute kam es. Dabei stand keine Premiere auf dem Programm, sondern ein ganz normaler Repertoireabend. In der dritten und letzten Vorstellung der derzeitigen Lucrezia Borgia Serie ereignete sich auf der Bühne des Nationaltheaters eine formidable Ensembleleistung.

Ich wundere mich, daß Christof Loys Inszenierung noch so gut funktioniert. Von den oberen Rängen kann man noch immer die Handschrift des Regissseurs erkennen, bei den Chorszenen vor allem und der genauen Choreografie der Auftritte der Freunde Gennaros.

Einen veritablen Bass hörten wir zum ersten Mal als Don Alfonso, John Relyea, dessen temperamentvoll und sauber geführte dunkle Stimme ahnen läßt, daß Alfonso an Niedertracht seiner Gattin wohl kaum nachstehen wird. Charles Castronovos viril klingender Tenor erzeugte ein völlig anderes Klangbild in den Ensembles als bisher gehört, passte ausgezeichnet zu Edita Gruberovas Sopran wie auch zum Mezzo der Silvia Tro Santafé. Ich schätze Castronovos Leistung ganz hoch ein an diesem Abend und auch in der zweiten Vorstellung der Serie zu Anfang der Woche, die ich besucht habe. Die sehr musikalische Silvia Tro Santafé gab einen stil- und koloratursicheren Orsino, wahrscheinlich den besten, den ich in der Produktion bisher hörte. Differenziert charakterisiert und glänzend sangen Mitglieder des festen Ensembles der Bayerischen Staatsoper und des Opernstudios Gennaros und Orsinis vier Freunde und die beiden Nebenrollen.

Mittelpunkt des strahlenden Ensembles war natürlich Edita Gruberova in der Titelrolle. Auf sie ist immer Verlaß, sie enttäuscht ihr Publikum nie und gelegentlich gelingen eben kostbare Abende wie dieser, an denen alles sitzt und der gleiche Geist Bühne und Zuschauerschauerraum erfüllt. Ich bin froh, daß ich dabei sein konnte.

Feierstimmung beim Schlussapplaus.

Die Besetzung
Don Alfonso – John Relyea
Donna Lucrezia Borgia – Edita Gruberova
Gennaro – Charles Castronovo
Maffio Orsini – Silvia Tro Santafé
Jeppo Liverotto – Nam Won Huh
Don Apostolo Gazella – Christian Rieger
Ascanio Petrucci – John Chest
Oloferno Vitellozzo – Dean Power
Gubetta – Steven Humes
Rustighello – Emanuele D’Aguanno
Astolfo – Tareq Nazmi

Musikalische Leitung – Paolo Arrivabeni

2 Kommentare leave one →
  1. baerbl wagner permalink
    April 4, 2011 16:50

    Liebe Rossignol,
    als absoluter „Grubi-Fan“ war ich natürlich auch wieder in der Lucrezia. Diese Frau ist ein Phänomen, anders kann man das nicht bezeichnen.Eine unglaubliche Bühnenpräsenz, eine einzigartige Atem – und Stimmtechnik, und enorm ausdrucksstark im Spiel.
    Die Inszenierung begeistert mich auch immer wieder.
    Mir hat allerdings Pavol Bresnik als Gennaro besser gefallen – bei den Festspielen singt er ja wieder – aber das ist Geschmackssache.
    Silvia Tro Santafe hat mich als Orsino auch überzeugt.
    Großer Jubel am Ende für alle Sänger, Chor und Dirigent.
    Ohne Edita Gruberova aber, kann ich mir diese Oper nicht vorstellen!
    Ich freue mich schon auf kommenden Sonntag – Norma!!!

    Liebe Grüße

  2. April 4, 2011 22:00

    Hallo Baerbl, auf die Norma freue ich mich auch. Es gibt offenbar nur die eine Vorstellung am Sonntag. Bis dann, vielleicht sieht man sich.

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