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Am Pult Maestro Riccardo Muti

Februar 5, 2011

Maestri Verdi - Muti/Foto BR-online Über mein Konzerterlebnis der letzten Woche habe ich bisher noch nicht berichtet. Ich besuchte das Sonderkonzert des Orchesters des Bayerischen Rundfunks am 27. Januar 2010 im Herkulessaal mit einem Programm, wie es heute vermutlich nur Riccardo Muti zusammenstellt.

Nicola Antonio Porpora
„Salve regina“ für Alt und Streichorchester F-Dur
Antonio Vivaldi
„Magnificat“ für Soli, Chor und Orchester g-Moll, RV 611
Giuseppe Verdi
„Quattro pezzi sacri“ für Chor und Orchester

* Elina Garanca, Mezzosopran
* Alisa Kolosova, Mezzosopran
* Chor des Bayerischen Rundfunks
* Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
* Dirigent: Riccardo Muti

Ich wundere mich nicht mehr, wenn auf Mutis Programmen häufig geistliche Werke erscheinen, Chorwerke meistens. Ich weiß nicht, ob eine persönliche Religiosität dahinterstecken mag. Ich vermute eher, daß Begeisterung für fast vergessene Künstler einhergehend mit einer tiefen Einsicht in deren Werkschaffen für die Auswahl ausschlaggebend ist. Gerade fast vergessene Komponisten seiner napolitanischen Heimat liegen ihm ja besonders am Herzen, und macht große Anstrengungen, ihnen zu heutiger Anerkennung zu verhelfen.

Die drei Werke des Abends konnten unterschiedlicher nicht sein, was schon an der Besetzung des Orchesters abzulesen. Nicola Porpora (Neapel, 17. August 1686 – 3. März 1768) begnügt sich mit ein paar Streichern (10?) und Basso continuo, um eine geistliche Minioper, wie sie das Programmheft bezeichnet zu instrumentieren. Die vier Sätze des kurzen Werkes sind vokale Stücke für Altstimme. Elina Garanca trug sie überaus virtuos, leichtfüssig und gefühlvoll vor. Der Nicola Porpora hatte übrigens ein recht abwechslungsreiches Leben, das man dem wie immer ausgezeichneten Programmheft des BR entnehmen kann.

Probenfoto/HP Bay.Rundfunk

Das zweite Werk des Abends erforderte ein etwas größeres Streichorchester und den Chor, diesen allerdings (noch nicht) in großer Besetzung. Auch in Vivaldis Magnificat bewunderte ich Elina Garancas Gestaltungskunst und ihre Stimme, die geschaffen scheint für diese Art von Musik. Auch Alisa Kolosova (Teilnehmerin am „Young Singers Project“ der Salzburger Festspiele und Sängerin der Giuditta in Mozarts Oratorium „La Betulia liberata“ bei den Pfingstfestspielen letztes Jahr), die mit samtener Stimme den Altpart sang, gefiel mir gut.

Ich hörte Vivaldis Magnificat zum ersten Mal, zu wenig um mehr in Erinnerung zu behalten, als daß es mich augenblicklich fesselte.

Probenfoto zum Sonderkonzert/HP Bay. Rundfunk

Nachdem Chor und Orchester gleichermaßen nochmals personell verstärkt wurden, ging es zum letzten Programmteil des Abends, Verdis „Quattri pezzi sacri“, die zwar von ihm nicht als Gesamtwerk zur Aufführung vorgesehen waren, auch nicht innerhalb einer kurzen Zeitspanne entstanden sind, und doch als sein musikalisches Testament verstanden werden. Wen wundert es, daß mein einfaches Gemüt vor allem von dem Laudi alla Vergine Maria des Frauenchores angesprochen wurde, das sehr filigran, schwebend und innig vorgetragen wurde. Der Kontrast zu dem vorangehenden dramatischen Stabat Mater konnte nicht größer sein. Chor und Orchester des BR präsentierten sich einmal mehr in der gewohnten besonders guten Form mit einem ungewöhnlichen Programm.

Probenfoto zum Sonderkonzert/Bay. Rundfunk

Riccardo Muti war letzte Woche ganz der Maestro wie sonst auch. Es war ihm keinerlei Schwäche anzumerken. Ich wünsche ihm sehr, daß er nach seinem Unfall bei den Proben mit seinem Chicagoer Orchester bald vollständig genesen wird.

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