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Bay. Staatsoper: La Traviata

Oktober 22, 2010

In der gestrigen Vorstellung von La Traviata erinnerte ich mich an den Tag als ich Anja Harteros zum ersten Mal als Violetta sah – vielleicht war es sogar ihr Rollendebüt – im Frühjahr 2006. Schon damals war sie eine ausgezeichnete Violetta. Heute ist ihre Darstellung der Figur ausgereift und es gelingt ihr, die Facetten von Violettas Charakter auszuleuchten. Mit der trotz inzwischen schwererer Rollen noch immer makellos reinen Stimme mit ihren Schattierungen erzeugt Anja Harteros das ganze Spektrum menschlicher Emotionen, das Aufblühen der Liebe, das Aufbäumen gegen den Tod und was so alles dazwischen liegt. Mir fällt niemand ein, der sich in diesem Fach derzeit mit dieser unvergleichlichen Künstlerin messen könnte.

Als Alfredo trat Eric Cutler auf, den ich zum ersten Mal hörte. Mir gefällt das warme Timbre seiner Stimme, allerdings fehlt etwas Ausstrahlung. Möglicherweise hat ihn die überragende Violetta etwas gehemmt, die ihn kein stimmliches Risiko eingehen liess. Andrzej Dobber als Giorgio Germont harmonierte trotz seines etwas trockenen Vortrages sehr gut mit Anja Harteros.

Die musikalische Leitung lag in den Händen von Carlo Montanaro, der es für meinen Geschmack deutlich zu langsam angehen liess. Bravorufe nach der zweiten Pause für den Dirigenten hielt ich allerdings für nicht angebracht (trotz der betörenden Klarinette und den drei anderen Herren an den winds).

Es war der Abend der Anja Harteros.

Vorstellung am 21. Oktober 2010

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