Skip to content

Bayerische Staatsoper: Die Zauberflöte

September 25, 2010

Mit einer besonders schönen Zauberflöte hatte ich das Opernjahr 2009 beendet. Eine ganz ausgezeichnete Zauberflöte war nun der Auftakt meiner ganz privaten Saison 2010/11 als Besucherin der Bayerischen Staatsoper.

An einem guten Abend kann ich mich der fantasievollen alten August-Everding-Inszenierung mit den liebevoll gemachten Bühnenbildern von Jürgen Rose nicht entziehen, obwohl ich sie schon so oft gesehen habe. So ein Abend war der 23. September, was neben der musikalischen Qualität auch dem disziplinierten Publikum zu danken ist.

Alexander Soddy stand als Dirigent am Pult des Bayerischen Staatsorchesters, deren nicht an der Tournee teilnehmenden Mitglieder samt Gästen mehr als einen Routinejob ablieferten, musikalisch homogen und unaufgeregt. Auffallend der schöne runde Klang der Celli.

Genia Kühmeier gelang es, Pamina in einer Weise zu charakterisieren, daß man (ich) sie als lebendige Person und nicht als Phantomgestalt wahrnahm. Sie liess teilhaben am Zorn gegen Monostatos, an den Zweifeln an der Mutter, an ihrer Liebe zu Tamino und ihrem Streben nach Reife oder Vervollkommung, wie immer man das nennen mag. Stimme und Darstellung – es verband sich fliessend und natürlich, grandios.

Einen stimmlich ausgezeichneten Eindruck hinterliess auch Kathleen Kim als Königin der Nacht, der sich durch Arbeit an der Diktion verstärken noch liesse.

Aus einem Guß, auch wenn ihrer drei sind, war die Darstellung der drei (Tölzer) Knaben, die ihren gar nicht kleinen Part in jeder Hinsicht mitreissend hinlegten. Solide schlugen sich die drei Damen (Ana Maria Labin, Angela Brower, Okka von der Damerau).

Allen Aspekten der Rolle gerecht wurde Publikumsliebling Nikolay Borchev als Papageno, der bei aller Spiellaune den Klamauk nicht übertrieb und dadurch mehr Muse zum Singen hatte. Ein idealer Papageno, wie ich finde. Ganz nett fand ich übrigens Hanna-Elisabeth Müller als Papagena.

Stephen Milling gab einen würdigen Sarastro, an dem ich nichts aussetzen mag, auch wenn die ganz profunde samtige Tiefe seiner Stimme etwas fehlt. Dies allerdings ist mehr eine Reminiszenz an frühere Sarastros als Kritik an Stephen Milling und seiner Stimme.

Etwas schwer tue ich mich mit der gerechten Einschätzung von Michael Schades Tamino, den ich darstellerisch nicht mit der Rolle übereinbrachte und der mich, obschon fehlerlos gesungen, Taminos Glanz und Vorwärtsdrang vermissen liess.

Unverwechselbar in Stimme und Auftreten war der erste Priester, dargestellt von Alfred Kuhn, dessen Bühneneinsätze mir immer eine Freude sind.

Unter Berücksichtigung der Abwesenheit eines Großteils des sich auf Tournee befindlichen Staatsorchesters war das ein mehr als respektabler Start in die Saison, wie ich finde, veredelt durch Genia Kühmeiers edle Interpretation der Pamina.

Die Besetzung am 23.9.2010

Advertisements
No comments yet

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: