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Salzburger Festspiele: Berliner Philharmoniker 29. August 2010

August 31, 2010

Hatte das Abschlusskonzert der Wiener am Vortag noch alle Sinne beschäftigt, war ich im zweiten Teil des Konzertes der Berliner Philharmoniker mehr intellektuell gefordert. Sir Simon Rattle bat das Publikum, von Zwischenapplaus abzusehen, da sie die Orchesterstücke von Arnold Schönberg (Fünf Orchesterstücke op. 16), Anton Webern (Sechs Stücke für Orchester op. 6b) und Alban Berg (Drei Orchesterstücke op. 6) gerne als eine Art Triptychon aufführen wollten. Alternativ könne man das Programm auch als Mahler 11. Sinfonie betrachten. Die Werke der zweiten Wiener Schule, allesamt entstanden im 20.Jahrhundert vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges, wurden in ihrer Reihenfolge kurz vor der Aufführung nochmals umgestellt. Ich verstehe nichts von atonaler Musik, aber selbst mir teilte sich die Emotionalität und die Dramatik der Stücke mit, die Ernsthaftigkeit der Interpretation sowieso. Neben der tradionellen Orchesterbesetzung kamen acht Schlagwerker an unterschiedlichen Instrumenten zum Einsatz und ein beeindruckendes Aufgebot an Blechblasinstumenten. Unglaublich die Strukturen die sich aus dem oberflächlich als Lärm empfundenen Klängen erkennen lassen.

Foto © Silvia Lelli mit freundlicher Genehmigung der Salzburger Festspiele

Vor der Pause gab es das Parsifal Vorspiel, dem ein eher lauer Applaus folgte, den ich nicht ganz nachvollziehen konnte, denn mir machte es Lust auf viel mehr Parsifal. Ihm folgte Karita Mattila mit ihrer Interpretation von Richard Strauss‘ Vier letzten Liedern. So ganz textsicher schien sie nicht an diesem Abend und phasenweise war sie auch nicht leicht verständlich. Die Stimme ist nach wie vor so attraktiv wie ihre Inhaberin. Der große Regenbogen wollte allerdings nicht so recht gelingen. Sehr freundlicher Applaus und ein a-cappella geschmettertes „Habe Dank“ aus „Zueignung“ als Schluss.

Schwer beeindruckt bin ich vom oft abfällig beurteilten Salzburger Festspielpublikum, das sich im vollbesetzten großen Festspielhaus von der Interpretation des Orchesters und seines Dirigenten mitreissen liess und am Ende einen Beifallssturm für das anspruchsvolle Programm entfesselte.

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