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Salzburger Festspiele: Anton Bruckner 5. Symphonie

August 28, 2010

Foto © Silvia Lelli mit freundlicher Genehmigung der Salzburger Festspiele

In den Salzburger Nachrichten wurde der Dirigent des 5. Festspielprogrammes der Wiener Philharmoniker, Bernard Haitink, als Wanderführer durch Anton Bruckner Klanglandschaft bezeichnet. Den eleganten Herrn Haitink kann ich mir zwar als vieles vorstellen, Wanderführer ist nicht dabei. Absolut präzise, dennoch mit zurückhaltender Zeichengebung „ver“führte er die Wiener Philharmoniker zu einer phänomalen Wiedergabe von Anton Bruckners 5.Symphonie.

Seit Sergiu Celibidaches Zeit in München habe ich keine Bruckner Symphonie mehr im Konzert gehört. Diese Fünfte hat mich in jeder Hinsicht in Anspruch genommen; mein Hirn, das den Modulationen kaum folgen konnte und immer wieder die Spur verlor und die übrigen Sinne, die sich fast verlieren in den teilweise voluminösen Klanggebilden.

Ich verbrachte die 80 Minuten des Konzertes praktisch auf der Sesselkante sitzend so mitreissend fand ich das technische Spiel des Orchesters, die Präzision der Streicher zum Beispiel, die im Sekundentakt Stimmungswechsel erzeugten, die sich oft, mit pizzicato beginnend, wellenartig von den 1. Violinen durch die Streicherstimmen ausbreiteten. Fantastisch waren die Hörner in ihrer Mehrstimmigkeit, gigantisch die Blechbläser. Ein Kuckuck war deutlich zu hören im Spiel zwischen Oboe und Klarinette, vielleicht hat den der Rezensent der Salzburger Nachrichten auch gehört. Sehr prägnant und mit schönsten Stellen ausgestattet sind die Flötenstimmen, die herrlich musiziert wurden. Eigentlich haben sie es leicht, die Holzbläser. Sie haben die schönsten Stellen und werden meistens (von mir) gefeiert. Dieses Mal gebührt die Krone den Streichern, die mit ihrem leidenschaftlichen, pathetischen und trotzdem beherrschten Spiel das Bett für die anderen Orchesterstimmen bereiteten.
Sehen Sie den Mann links oben neben der Pauke? Er saß 79 Minuten lang bewegungslos neben seinem Kollegen um in der 80. Konzertminute mit ihm zusammen auf der gleichen Pauke einen vierhändigen Paukenwirbel zu entfachen, daß mir fast die Ohren wegflogen.

Austrias finest product: Wiener Philharmoniker

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