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Finchè la barca va

Mai 14, 2010

Wie bisher immer traf ich an meinem ersten Tag in Neapel auf eine „manifestazione“. Dieses Mal blockierte eine Flotte weisser Taxis die Fahrt des Alibus zum Hafen. Auf den ersten Blick demonstrierten tassisti gegen die giardinisti und fioristi, die im Decumani-Bezirk ihre Arbeit erschwerten. „Muro di Berlino“ (Berliner Mauer) hatten manche auf ihre Autos geschrieben. Es ging wohl darum, daß eine Zone in Decumani für den gesamten motorisierten Verkehr gesperrt werden soll, auch für Taxis. Bedingt durch den U-Bahn-Bau war die Streckenführung des Alibus etwas geändert und ich musste schon am Castello aussteigen, um über eine provisorische Holzbrücke nach Beverello zu gelangen. Warum der Bus hier nicht mehr halten darf, ist mir rätselhaft gab es doch Autos in rauen Mengen vor dem imposanten Schiffsbahnhof. Zuvor hatte es noch eine Gratisrundfahrt vorbei am Teatro San Carlo gegeben, wobei auch dort offenbar kürzlich „manifestiert“ wurde. „Cultura = San Carlo + Napoli“. Recht so! Gespielt wird derzeit La Vedova Allegra (Die lustige Witwe). Wenn ich geahnt hätte, wie zäh sich der Vormittag gestalten würde, wäre ich vielleicht doch eher am Hauptbahnhof ausgestiegen, um die Circumvesuviana nach Sorrent zu nehmen. Ich wollte aber eben unbedingt mit dem Schiff, wenigstens bis nach Sorrent. Was auch gelang. Der Aliscafo ging um 11 Uhr.
Die Sonne schien für mich ungewohnt warm. Riesige Fähren liegen behäbig an der Mole Beverello, während die Jets und Aliscafi das Kurzstreckengeschäft bedienen. Während in München am frühen Morgen die Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt lagen, liefen die Leute hier barbauchig und ärmellos umher. Natürlich wollten die meisten Touristen auf die Inseln, nach Capri und nach Ischia. Nur ganz wenige benutzten den Aliscafo nach Sorrent, so daß ich das Riesenschiff fast für mich alleine hatte.

Vorbei am Vesuv (natürlich) in Wolken und vor der Küste ankernden Kreuzfahrtschiffe erreichten wir nach knapp einer Stunde Sorrent. Es gab tatsächlich Boote nach Positano, allerdings erst um 15 Uhr, und so entschloss ich mich, mit dem Sita-Bus nach Positano zu fahren. Der Bus war brechend voll, da die Tageszeit gerade für viele Tagestouristen günstig war für einen Besuch an der Amalfi-Küste.
Als mir aufgrund der Haltestellen in Positano klar wurde, daß ich viele Treppen würde abwärts steigen müssen, um zu meinem Strandhaus zu kommen, entschloss ich mich kurzerhand weiterzufahren, bis eine Haltestelle auf Meereshöhe in Sicht war. Dort würde sich dann auch ein Boot nach Positano finden und im Notfall gab es auch noch Taxis.

In Praiano war ebenfalls zu bergig, aber in Amalfi war es dann tatsächlich soweit. Der Sita-Bus hielt am Hafen. Dort gab es Schiffe, Taxis, Eis und Cappuccino. Um eine Erfahrung war ich reicher, die sicherlich in den nächsten Tagen nützlich sein wird. Schnell geht hier gar nichts.

Schöne Aussichten auf der Minikreuzfahrt nach Positano.


Ankunft in Positano. „Mein“ Haus konnte ich schon vom Boot aus sehen. Ich würde es erreichen ohne eine einzige Treppe steigen zu müssen. Ein wunderbarer Platz, der mir schon gefiel, noch ehe ich ihn richtig gesehen hatte.

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