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MPhil: Silvesterkonzert

Januar 1, 2010

Ich hatte Zweifel, ob ein Programm mit Werkausschnitten von Richard Wagner und Werken Felix Mendelssohn Bartholdys harmonieren würde und kaufte meine Eintrittskarte alleine wegen des angesetzten Tenors Ben Heppner, der dann krankheitsbedingt absagen musste. Robert Dean Smith übernahm Heppners Programm ohne Änderung, wie Christian Thielemann zu Beginn stolz verkündete.

Das Programm des ersten Teiles:
Vorspiel zum I. Aufzug von „Lohengrin“
Vorspiel zum III. Aufzug von „Lohengrin“
Gralserzählung: „In fernem Land unnahbar euren Schritten“
Walküre: „Winterstürme wichen dem Wonnemond“
Vorspiel zum III. Aufzug von „Die Meistersinger von Nürnberg“
Preislied des Walther von Stolzing: „Morgendlich leuchtend im rosigen Schein“
Vorspiel zum I. Aufzug von „Die Meistersinger von Nürnberg“

Nach dem mystischen Vorspiel meiner derzeitigen Lieblingsoper mit geradezu überirdisch spielenden Streichern hätte das Konzert, wenn es nach mir ginge, schon beendet sein können. Christian Thielemann geleitete anschliessend RDS geradezu auf Geigenbögen durch die Gralserzählung und die Winterstürme, unterstrich damit die eher lyrische Tongebung Smiths und verleitete ihn nicht zu überflüssigen Kraftaktionen. Smith blieb gelassen und liess sich selbst dann nicht zum Geschrei hinreissen, als Thielemann mit dem Orchester im Preislied etwas das Temperament durchging, das den Sänger stellenweise überdeckte. Robert D. Smiths Stimme fehlt vielleicht etwas Charisma, und er ist nicht der ganz grosse Gestalter, wie ich finde; ist vielleicht auch schwer in einem Programm mit Opernausschnitten. Das als Zugabe gesungene Gebet Rienzies fand ich sehr geschmackvoll, grossartig gesungen und am besten gelungen.

Im Mendelssohn-Programm nach der Pause beglückten Christian Thielemann und sein Orchester mit „Die Hebriden“, der gefühlvollen Konzertouvertüre op. 26. Die Symphonie Nr. 4 A-Dur op. 90. die „Italienische“, entliess das Publikum trotz ihres klassisch-kontrollierten Aufbaus heiter und optimistisch in den Silvesterabend. Für einenTeil des nach jedem Satz applaudierenden Publikums war die Symphonie vermutlich Neuland. Ich hoffe nicht, sie wollten ein vorzeitiges Ende herbeiklatschen um zum Silvesterbüffet zu eilen.

Die Münchner Philharmoniker spielten auf allen Stimmen in Bestform. Aufgefallen sind mir die vielen jungen Musiker unter ihnen, die phänomenalen Holzbläser, die sensiblen Schlagwerker neben den bereits genannten Streichern mit den unterschiedlichen Instrumenten. Ovationen.

Die kluge Stückwahl bescherte trotz der Absage Ben Heppners ein alternatives Silvesterprogramm, das ich als sehr anregend empfand. Ich hoffe, Ben Heppner doch noch einmal auf der Bühne oder im Konzert erleben zu dürfen und wünsche ihm rasche Genesung.

Das online abrufbare Programmheft mit seinen Aufsätzen zum Programm ist wie immer zu empfehlen.

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