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Philharmonie am Gasteig: Elias

November 30, 2009

Dass ich bisher über den Konzertabend am 26. November nichts geschrieben habe, hat zeitliche und gesundheitliche Gründe. Ich habe nicht nur das Konzert am Donnerstag genossen, sondern mir auch die Übertragung am Folgetag im Radio angehört. Dabei bestätigte sich einmal mehr, dass in der Philharmonie nur beste, d.h. teuerste Plätze vollen Hörgenuss bescheren. Die Radioübertragung war sensationell gut.

Wenn Symphonieorchester und Chor des Bayerischen Rundfunks ein Programm gestalten, kann man als Kunde mit dem Kauf einer Karte nicht viel falsch machen.
Zu dem Programminhalt, Felix Medelssohn Bartoldys „Elias“, Oratorium, op. 70, allerdings traue ich mich fast nichts zu schreiben, weil ich Felix Mendelssohn Bartholdy so wenig kenne und sich meine Erinnerung so ziemlich auf „Meeresstille und Glückliche Fahrt“ beschränkt. Zu schreiben, es war schön, wäre doch zu wenig.

Ich hörte „Elias“ ein bisschen wie eine „biblische Oper aus protestantischer Sicht“; durchaus dramatisch, aber sehr streng. Die szenische Darstellung habe ich jedoch nicht vermisst. In der Musik ist das alles mit drin.

Wie immer begeisterte mich der Chor mit seiner Präzision und seiner facetten- und farbenreichen Gesangskunst. Vermutlich könnte jedes Chormitglied solistisch eingesetzt werden, so wie die je vier Chorsolistinnen und -Solisten, die vor allem bei den Frauenstimmen für den himmlischen Teil des Abends zuständig waren. Die beiden Gast-Solistinnen Camilla Tilling und Gerhild Romberger konnten da kaum mithalten. Umso bewundernswerter, dass sich trotz der solistischen Einzel-Qualitäten das unübertreffliche Klangbild des Chores formt, vielleicht tut es das aber gerade deswegen.

Zweiter Fixstern des Abend war Christian Gerhaher, dessen Gesangsstil ganz unspektakulär und mit natürlichem Ausdruck den Kern der Rolle des Elias trifft: Hart und fordernd, warm und gütig – die Palette der Stimmfarben und Artikulationsmöglichkeiten scheint unbegrenzt.

Ausgezeichnet fand ich auch Steve Davislim, den ich aus der Matthäuspassion schon in sehr positiver Erinnerung hatte. Am zweiten Abend schien er gegen Ende etwas Höhenprobleme zu haben.

Die musikalische Leitung lag in den Händen von Thomas Hengelbrock. Obwohl es im Vorfeld keine Karten mehr im freien Verkauf gab, war die Philharmonie vermutlich wegen verhinderter Abonnenten nicht voll besetzt. Schade, denn es war ein sehr lohnender Abend. Gesehen habe ich allerdings viele regelmässige Besucher der oberen Ränge der Staatsoper. Sie schienen ebenfalls höchst zufrieden.

Probenausschnitt

Besetzung:
* Camilla Tilling, Sopran
* Gerhild Romberger, Mezzosopran
* Steve Davislim, Tenor
* Christian Gerhaher, Bariton (Elias)
* Knabensolist der Augsburger Domsingknaben
* Chor des Bayerischen Rundfunks
mit Solisten
* Choreinstudierung: Robert Blank
* Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
* Dirigent: Thomas Hengelbrock

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