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BSO: Lohengrin am 25. Oktober 2009

Oktober 26, 2009

Mit dem gestrigen Lohengrin in der Bayerischen Staatsoper sind meine diesjährigen Besuche dieser Oper erst einma l beendet. Ich bleibe allerdings dran und werde mir im Februar die Berliner Inszenierung (wegen des Hauptdarstellers) und im März die der Leipziger Oper (wegen des Regisseurs) gönnen.

Ich habe ja nun den Münchner Häuslbauer-Lohengrin schon mehrmals besucht, dessen musikalischer insbesondere der orchestrale Teil immer ein besonderes Erlebnis war. Gestern hatte ich zum ersten Mal den Eindruck, dass das „böse Paar“, Ortrud und Telramund, einen starken Gegenpol zum Paar Elsa/Lohengrin bildete, zumindest gesanglich, denn die Bedeutung der beiden tritt bei der Inszenierung etwas in den Hintergrund. Gestern nun „sang“ Michaela Schuster die Ortrud, ausdruckvoll, dynamisch, dennoch ohne Schärfe. Obwohl die ihr vom Regisseur zugewiesene Rolle sie auf das Umherschleichen auf der Bühne reduziert, empfand ich sie als echte Gegenspielerin Elsas und teuflische Verführerin ihres Gatten Telramund. Eike Wim Schulte bot einen ähnlichen guten Telramund wie in der letzten Aufführung, diesmal ohne Hänger bei seiner grossen Szene im zweiten Aufzug (sah so aus, als habe er sich seinen Text auf das Gottlieb-Plakat geschrieben, das er in der Hand hielt?). Jonas Kaufmann überzeugt mich immer mehr mit seiner sehr menschlichen Darstellung Lohengrins, bei der sich Bühnenaktion und stimmlicher Ausdruck decken. Faszinierend schön sein Legato, die spannungsvoll gesungenen Piani mit dem sich anschliessenden dramatischen Anschwellen der Stimme. Emily Magees Stimme klang für meine Ohren nicht ganz so edel wie letzte Woche, dennoch gelangen ihr sehr berührende Momente wie beispielsweise in der letzten Szene mit Ortrud im zweiten Aufzug.

Diese Szene mit ihrem „es gibt ein Glück“ war für mich einer der berührendsten musikalischen Momente des Abends. Kent Naganod, der dem Staatsorchester bereits beim Vorspiel (wie schon gewohnt) flirrend zarte, verheissungsvolle Töne entlockte, es aber auch gewaltig auftrumpfen liess (grandiose Bläser), zauberte in den leisen Szenen eine Stimmung, in der man sich wie auf Flügeln des Orchesters tragen lassen konnte, das ruhig atmend durch die Partitur schwebte. Ein tolles Erlebnis.

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