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oktObermUSikfEST: 1. Akademiekonzert

September 28, 2009

Das von der Zeitschrift frischgekürte (neben dem Museumsorchester Frankfurt) Orchester des Jahres spielte zum Auftakt des unter dem Motto „Himmelsklänge – Vogelgesänge“ stehenden OktoberMusikFestes drei sehr unterschiedliche Stücke, wobei ich den Bezug zum Motto bei der Stückwahl nicht recht fand, ausser es wäre der virtuose Einsatz der Soloflöte bei Debussy gemeint.

Claude Debussy
Prélude à l’après-midi d’un faune

Max Reger
Vier Tondichtungen nach Arnold Böcklin op. 128

Robert Schumann
Symphonie Nr. 3 Es-Dur op. 97 „Rheinische“

Die Böcklin-Suite überraschte nicht nur durch die komplexe orchestrale Anlage, mit melodiösen Soli vor allem für die Solovioline, sondern ist eines der Stücke, die geeignet sind, die Qualitäten des Bayerischen Staatsorchesters unter seinem Dirigenten Kent Nagano zu demonstrieren. Das Hörbarmachen der musikalischen Struktur eines Werkes und die durch diese Transparenz verbundene Hervorhebung der Orchesterstimmen ist für mich immer wieder ein besonderes Erlebnis.

Direkt erschrocken war ich über den Beginn der „Rheinischen“, so zackig ging die ab. Der beherzte Zugriff liess zumindest mich eine andere Schumann-Symphonie hören als die, die ich im Ohr hatte. So ganz hielt Nagano allerdings die Spannung bis zum Ende nicht. Für mich hörte es sich alles (wie schon öfter in seinen Konzerten) ein bisschen getrieben an. Verweilen wäre auch mal nicht schlecht, vor allem wenn der Rhein plätschert. Die Hörner hatten wenigstens Gelegenheit, sich für vergangene Untaten zu rehabilitieren. Und täusche ich mich, oder ist in der Stammbesetzung (z.B. der Holzbläser) eine gewisse Fluktuation zu verzeichnen?
Ein sehr guter Abend des Orchesters, das u.a. mit diesem Programm Mitte der Woche in der Liederhalle Stuttart zu erleben sein wird.

Ein weniger guter Abend jedoch mancher Besucher, die immer dreister werden. Dass es in München numerierte Plätze gibt, auch numerierte Stehplätze, wird neuerdings noch mehr als früher ignoriert. Da werden vermeintlich freie Plätze besetzt, obwohl die Türen noch offen sind, was natürlich zu Tumulten führt, wenn die rechtmässigen Platzinhaber doch noch gerade rechtzeitig eintreffen. Ganz lästig war das am Sonntag in der Ariadne, deren Vorspiel schon voll im Gang war, während im dritten Rang um die Plätze noch diskutiert wurde und heute erlebte ich das gleiche groteske Spiel auf der Galerie. Selbst als nicht direkt Beteiligte ist die Störung lästig. Ich bin kein Verfechter der „Früher-war-alles-besser“-Theorie, mit dem alten Einlasspersonal allerdings hat auch die Disziplin die Ränge verlassen. Hier ist einiger Handlungsbedarf.

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