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Bayerische SO: Ariadne auf Naxos 27. Sep. 2009

September 27, 2009

Michael Hendrick, Sänger des Bacchus/Tenor, wird sicher ein paar Tage brauchen, um diesen Abend zu verdauen. Seine Stimme, die ihm gleich zu Beginn seines Auftritts im Opernteil der Ariadne weggebrochen war, bekam er nicht mehr in den Griff. Der Schweiss lief ihm in Strömen vom Gesicht, mehr als ein Krächzen und Wimmern wurde es trotz aller Mühen nicht. Er tat mir leid.

Es hätte ein wunderbarer Abend werden können, denn Ariadne enthält einige geradezu unwiderstehliche Passagen, die der Regisseur Robert Carsen teilweise pfiffig, zumindest nicht gegen die Musik in Szene gesetzt hat. Die Inszenierung war ja zunächst für das Prinzregententheater konzipiert (wo ich sie nie gesehen hatte), macht sich aber nach meinem Eindruck auch im grossen Nationaltheater recht gut.

Daniela Sindram ist ein grossartiger Komponist. Ihre Stimme ist so gross und klangvoll, dabei immer kontrolliert; sie hat Strahlkraft und klingt vollkommen gesund, auf der Höhe ihres Könnens.
Anja Kampes Ariadne litt natürlich unter dem Ausfall des Bacchus; die melodiösen lyrischen Passagen gelangen phantastisch, der strahlende Jubel ging etwas unter im Bangen um das Bestehen ihres Gesangspartners.
Dem betörenden Gesang der Nymphen Aga Mikolaj, Tara Erraught und Laura Tatulescu verfiel ich beim ihrem ersten Ton. Sagen wir spätestens beim dritten. Die drei sangen engelsgleich.
Ach so, Zerbinetta spielte ja auch mit. Jane Archibald war mir, ehrlich gesagt, etwas zu unsexy in der Darstellung. Direkt bieder. Stimmlich gut, aber auch nicht mehr. Da perlt zu wenig nach meinem Geschmack.

Ich bin ja ein ziemlich unbeschriebenes Richard-Strauss-Blatt, kann also gar nicht viel sagen zum musikalischen Teil des Abends. Es war auch meine allererste szenische Ariadne. Ich glaube es selber kaum. Eigentlich sollte mir der Abend dazu dienen, mir Richard Strauss doch noch etwas näher zu bringen, ehe ich ins Grab falle. Dazu war das heute Gebotene dann doch nicht geeignet, obwohl ich wunderbare Stellen hörte, aber auch manch irritierende. Da muss ich jetzt dranbleiben und werde mir deshalb die Sache nächste Woche noch mal ansehen, wenn der Klaus Florian Vogt den Bacchus singen wird.

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