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Bayreuth

August 23, 2009

Ein bisschen unsicher war ich dann doch, als ich mittags in Bayreuth ankam. Sicher ist sicher, dachte ich, und schaute erst einmal auf den Festspielhügel, ehe ich ins Hotel fuhr. Schliesslich will man sich als Neuling nicht blamieren.

Das Festspielhaus und der berühmte Balkon

Das Festspielhaus und der berühmte Balkon

Ein paar Fahrzeuge standen schon auf den Parkplätzen; über der ganzen Anlage lag beschauliche Ruhe. Ich umrundete das Festspielhaus, machte einen Spaziergang im schattigen Park in der trügerischen Hoffnung auf ein anschliessendes Mittagessen, dessen Ausfall sich im Nachhinein allerdings nicht als schade erwies. Das Restaurant öffnet erst um 14 Uhr, dann beginnt auch der Werkeinführungsvortrag. Für den hatte ich natürlich keine Zeit, denn da dieser „mein“ Parsifal am heissesten Tag des Jahres stattzufinden gedachte wollte ich nach zweistündigem Schmoren im Auto zumindest kurz unter die Dusche.
Die Parkett-Eingänge

Die Parkett-Eingänge

Klamottenmässig war ich zwar dem Ereignis angemessen ausgerüstet, entschied mich angesichts der ländlichen Umgebung und der Hitze doch für die einfachere Kostümierungsvariante. Zuhause hatte ich schon kurz mein Afrikakleid in Erwägung gezogen, dann jedoch wieder als unpassend verworfen. Ich wäre damit nicht ganz daneben gelegen, denn ich sah am Abend gleich zwei Damen in solchem Outfit, die mir keinesweg deplaziert erschienen.
Das Bühnenhaus

Das Bühnenhaus

Beim Umrunden des Theaters waren immer wieder Gesangsübungen zu vernehmen; ich begegnete auch immer wieder Menschen, die ich glaubte schon mal gesehen zu haben. Einen erkannte ich sofort, der mit schnellen Schritten und einem freundlichen Gruss an die Verkäuferin des Kiosk der Markgrafen-Buchhandlung, die ihm mit einem Kompliment antwortete, sein Auto ansteuerte. Christian Thielemann hat wahrscheinlich keine leichte Zeit in diesen Tagen, wenn man bedenkt, mit welcher Häme und Unverfrorenheit ihn die äussert sach- und fachkundigen Münchener Stadtherren gerade ausbooteten. Dazu aber ein andermal mehr.
Bayreuth_2009 009 Den flotten Porsche wird sich CT auch ohne die Münchener leisten können; auf der Gegenseite muss man erst mal sehen, was die Zukunft für das Orchester bringt.
Bayreuth_2009 010 Mit dem gebuchten Hotel hatte ich wie so oft in letzter Zeit ausgesprochenes Glück. Ich rechnete zwar damit, mit dem Auto zum Festspielhaus fahren zu müssen oder auch mit einem Taxi, stellte dann aber erfreut fest, dass das Hotel (wie andere Bayreuther Hotels auch) einen Shuttlebus bereitstellte, der die Hotelgäste ins Theater brachte und dort nach der Vorstellung auch wieder abholte. Blendende äussere Bedingungen also für meine freudig erwartete Bayreuth-Premiere.
Der Hintereingang zum Bühnenhaus

Der Hintereingang zum Bühnenhaus

Sie hätten auf der Bühne das Telefonbuch vorsingen und dazu seilhüpfen können; ich hätte mich nicht beklagt. So sehr beeindruckten mich der Ort, seine Atmosphäre und die Leute aus der ganzen Welt, die sich in Bayreuth versammeln, um Richard Wagners Werke zu erleben. Dabei handelt es sich nach meinem Eindruck nur zum Teil um die üblichen Event-Besucher. Mir fiel auf, wie leicht man in den beiden langen Pausen zwischen den Parsifal-Aufzügen ins Gespräch kam und wie kurzweilig die Pausen waren. Zwar hatte ich auch von den harten und engen Bänken der sog. „Scheune“ gehört und manche Besucher mit mitgebrachten Sitzkissen gesehen. Ich gedachte jedoch Parsifal ohne solche Hilfsmittel zu überstehen. Sagt nicht Gurnemanz „..zum Raum wird dort die Zeit..“?

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