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Festspiel-Konzert 2009

Juli 30, 2009

Für das gestrige Festspiel-Konzert wählte Kent Nagano ein höchst konservatives Programm. Für die labbrigen Hamburger von der Montag-Gala entschädigten zwei edle Hauptgänge und ein spritziges Sorbet als Zwischengang.

Im ersten Teil präsentierte Nikolai Lugansky das auf mich so heiter wirkende Klavierkonzert Nr. 4 von Beethoven mit einer Kadenz, die ich im Konzertsaal noch nicht gehört hatte, und spendierte sogar noch eine Zugabe (aus dem Notenbücherl?) für das begeisterte Publikum. Wie ich später zuhause nachlesen konnte, gibt es für den ersten Satz zwei Kadenzen. Das bestens aufgelegte Bayerische Staatsorchester folgte sehr konzentriert der unsentimentalen Interpretation. Von seiner Entstehungs- und Aufführungsgeschichte her und auch von seiner Aussage passte das G-Dur Konzert wunderbar zu der nach der Pause vorgesehenen 6. Symphonie. Kontrastprogramm war also nicht angesagt.

Wahrscheinlich schreibe ich nun zum elften Mal, daß die Pastorale meine liebste Symphonie ist, und ich war schon sehr gespannt auf Naganos Interpretation. Auch hier der erwartet unsentimentale Zugriff und relativ schnelles Tempo bereits zu Beginn. Selbst bei der Szene am Bach gab es kein Verweilen, obwohl sie gerne hätte lange dauern dürfen. Zeitweise glaubte ich ein Konzert für Flöte, Oboe, Klarinette und Fagott zu hören, so virtuos und atemberaubend schön spielten die Vier auf (kleine Kieckser waren unbedeutend). Nach 45 Minuten war (leider) alles vorbei, und das in Hochform musizierende Orchester wurde von den dankbaren Besuchern gebührend gefeiert.

Eine Pastorale, die mich anspricht, erkenne ich in der Regel daran, dass ich mich kurz nach ihrem Beginn bereits in Urlaubslaune fühle. So war das gestern, und es hielt den Rest des Abends an.

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