Skip to content

Festspiele: Werther I

Juli 5, 2009

Das i-tüpferl nach einem mit Arbeit vollgepackten Samstag war für mich der abendliche Werther. Was sag‘ ich, es es war ein Tupfen und kein tüpferl und mein 12. Besuch dieser Vorstellung in München. Vesselina Kasarova als Charlotte und Piotr Beczala als Werther begeisterten einmal mehr die Massen und mich. Unter der beherrschten Oberfläche von Vesselina Kasarovas Charlotte schien ein Volkan zu brodeln, dessen Ausbruch in ihrer grossen Szene dann ja auch stattfand. Einen Klasse-Werther gab wieder Bezcala, der minutenlangen Applaus nach der zweiten Werther-Arie erhielt. An der muskalischen Leitung von Bertrand de Billy gibt es nichts zu bemängeln. Die Instrumenten-Soli waren etwas weniger schmelzend als schon gehört. Dank der ursprünglichen Besetzungsplanung mit Villazon habe ich auch eine Karte für die zweite Vorstellung am Dienstag. Darauf freue ich mich schon.

Meine Begeisterung hat mich die Müdigkeit vergessen lassen, so dass ich mich sogar noch zum Bühneneingang aufgemacht habe. Sobald ich mein mobile überreden kann, mir ein upload der Bilder zu gestatten, werde ich sie natürlich nicht zurückhalten.

Advertisements
5 Kommentare leave one →
  1. suspa permalink
    Juli 10, 2009 10:30

    Wie war eiegntlich die Vorstellung am Dienstag? Ich war leider krankheitsbedingt verhindert ,was mich sehr geärgert hat, aber ich konnte wenigstens noch von der Samstagsvorstellung zehren.

  2. Juli 10, 2009 11:12

    Die Vorstellung am Dienstag war ebenso schön wie die erste. Vesselina Kasarova sang in den ersten Akten etwas zurückhaltender, nicht ganz so dramatisch wie am Samstag, manche würden sagen, nicht ganz so manieriert und das passt angeblich auch besser zu Charlotte. Ich mochte die spurbare Spannung und das vulkanhafte an der ersten Interpretation allerdings auch. Piotr Beczala dürfte als Werther derzeit unübertrefflich sein. Ist es nicht schon fast langweilig, wenn einer so konstant auf hohem Niveau singt? Nicht mal eine Absage zwischendurch. Glänzend auch wieder die kleine Sophie von Elena Tsagallova. Das Orchester fand ich noch besser als in der ersten Vorstellung. Die Soli waren wieder vorzüglich, die Chelli klangen abgrundig und die Solovioline um einiges inniger als beim ersten Mal. Langsam freunde ich mich mit Bertrand de Billys Dirigaten an. Wenn man sich erinnert an die Vorstellungen der letzten Jahre, als das Orchester (vor allem die Pauke) regelmässig den Tenor an den exponiertesten Stellen überdeckte. Unter de Billy gab es das nicht, und das Orchester war deshalb nicht weniger emphatisch, Den vorlauten Pauker gibt es in Werther allerdings auch nicht mehr meines Wissens.

  3. suspa permalink
    Juli 10, 2009 12:00

    Vielen lieben Dank, für die prompte Antwort. Für mich ist Beczala auch derzeit der beste Werther und so war ich mit der Absage von Villazon und mit diesem tollen Ersatz nicht enttäuscht, sondern eher erfreut. Mir gefällt Kasarovas dramatische Auslegung der Charlotte allerdings auch; ich sehe das geforderte mädchenhafte in der Rolle so gar nicht; eine junge Frau, die sich nach dem Tod der Mutter, um die Kinder kümmern muss und viel Vernatwortung übernehmen muss, kann einfach nicht mädchenhaft sein. Nun aber bei Kasarova scheiden sich ja bekanntlich öfters mal die Geister. Interessant fand ich aber, dass eine Freundin, die mit mir die Aufführung am Samstag gesehen hat und Garanca auch in der gleichen produktion gesehen hat, Kasarova wesentlich ausdrucksstärker fand und Garanca eher farblos und zu ‚mädchenhaft’…tja so unterschiedlich sind die Geschmäcker.
    Aber bei Beczala sind wir uns ja alle einig:-)(ausgenommen eine seltsame SZ-Kritik: forcierte Höhen? naja da habe ich nichts Forciertes gehört).
    Ein schönes Wochenende und noch einmal Danke für den Bericht.

  4. Juli 10, 2009 14:36

    Diese Inszenierung hatte ja wirklich grossartige Charlotten. Jede hat die Rolle anders gestaltet. Alle waren sehr gut. Wenn ich wählen müsste, würde ich Vesselina Kasarova den Vorzug geben.
    Ich konnte mit Frau Kasarova nach der ersten Vorstellung auch kurz sprechen und fragte sie, ob es denn die tolle Agrippina in Zürich nicht wieder auf den Spielplan kommt. Sie freute sich sichtlich über das Lob. Dabei „verriet“ sie mir, dass sie „dafür für hier“ sprechen würde. Ich fände es toll, wenn wir in München mal wieder eine peppige Händel-Inszenierung bekommen würden statt des lahmen Tamerlano. Ich wünsche Ihnen auch ein schönes Wochenende.

  5. suspa permalink
    Juli 13, 2009 17:35

    das wäre ja wirklich großartig, wenn München diese tolle Inszenierung übernehmen würde; hoffentlich hat Frau Kasarova gute Überredungskünste:-). Der Tamerlano ist wirklich eine Schande. Ich hatte die Möglichkeit die Agrippina 2 mal in Zürich zu sehen und war wirklich sehr begeistert.
    ich finde es sehr schade, das Zürich diese Inszenierung nächste
    Spielzeit nicht wiederaufnimmt und dass es auch keine DVD/TV Aufnahme gibt. Dabei kam die Agrippina ja wirklich an, so schnell wie sie ausverkauft war! Und ich finde es war für Frau Kasarova eine Paraderolle, sowohl vom Gesang als auch von ihren Schauspielkünsten her. Einfach klasse!
    Eine schöne Woche wünsche ich Ihnen und noch weiter Spaß bei den Opernfestspielen. Heute steht bei mir Norma auf dem Programm!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: