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Zwei Kirchen in Halle

Juni 18, 2009

 Marktkirche und Roter Turm

Marktkirche und Roter Turm

Der Stadtrundgang führte natürlich auch zum Marktplatz, den das markanteste Ensemble des Stadtbildes dominiert, die Marktkirche mit ihren vier Türmen, in der Händel das Orgelspiel erlernte und Bach zur Einweihung der Orgel spielte, und der mächtige Rote Turm. Händel und Bach sollen sich ja nie persönlich getroffen haben, obwohl zwischen Eisenach und Halle auch zu damaliger Zeit keine große Strecke zu überwinden war und beide Herren als durchaus reisefreudig galten. In der Kirche hat auch Dr. Luther mehrfach gepredigt und die schlauen Hallenser sicherten sich nach seinem Ableben einen Abdruck von Luthers Gesicht und seiner Hände, die heute in einem Raum der Kirche ausgestellt sind. Vor lauter Ehrfurcht habe ich das Fotografieren vergessen. Halle 2009 003
Da der Innenraum der Kirche am Samstag wegen Konzertproben nicht ausführlich besichtigt werden konnte, beschloss ich den sonntäglichen Festgottesdienst zu besuchen. In der vollbesetzten Kirche erlebte ich einen erfreulich schlichten Gottesdienst mit einer intelligenten Predigt der Pfarrerin über Europa (am Tag der Europawahl) mit Bezug zu Händel, dem Europäer. Gebete wurden teilweise in Englisch für die vielen Gäste von der Insel gesprochen. Gar nicht schlicht war der musikalische Rahmen des Gottesdienstes. Leider weiss ich nicht, wer für diese würdige Gestaltung zuständig war. Ein großes Lob dafür ist angebracht.

 Flügelalter Marktkirche Halle aus der Werkstatt Lucas Cranach d. Ä.

**Flügelaltar der Marktkirche Halle aus der Werkstatt Lucas Cranach d. Ä.

Halle 2009 034
Halle 2009 039 Die beiden Orgeln der Kirche.
Zum Vergrössern die Bilder anklicken.

Die Marktkirche mit ihrem bedeutenden Marienaltar ist die Pfarrkirche der evangelischen Marktgemeinde. Sie heisst auch offiziell „Unser Lieben Frauen“. Schon der Name kann eine nicht ganz sattelfeste Christin ins Schleudern bringen. Ich begab mich nämlich anschliessend auf die Suche nach der Moritzkirche, die ich wenigstens von aussen sehen wollte, denn nach meinem Stadtführer ist sie nur Mittwochs Nachmittag zugänglich. Halle 2009 093 In dieser wunderbaren spätgotischen Kirche, deren Innenraum im Gegensatz zur lichtdurchfluteten Marienkirche eher düster erscheint, traf ich eine Klosterfrau des Ordens der Heiligen Elisabeth, die zwar die Kirche gerade schliessen wollte, mich dann aber doch überaus freundlich und kompetent herumführte und unter anderem die allegorischen Darstellungen an der Kanzel erklärte. Ich hatte gelesen, dieses schlichte, aber erhabene Haus sei Pfarrkirche der katholischen Gemeinde. Nun blickte das Abbild des Dr. Martin Luther von einem Pfeiler mitten in der Kirche gegenüber der Kanzel auf mich herab. Die Schwester beanwortete mir meine erstaunte Frage. In Halle hat man in der Tat eine bewegte Kirchengeschichte. Fotos der Moritzkirche gibt es wegen des anregenden Gespräches nur von aussen. Absolut sehenswert sind neben Altar und Kanzel die schönen Fenster, die Bögen der spätgotischen Decke, die Symetrie des Innenraumes und natürlich die Figur des Schellenmoritz. So viel zu Hallenser Kirchen. Die Geschichte des Hallenser Domes, der eigentlich keiner ist (und auch nicht wie einer aussieht), müssen sie selbst herausfinden, am besten in Halle.

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  1. Wilhelm Tacke permalink
    April 29, 2013 13:48

    Der Altar zeigt unten in der Predella die vierzehn Nothelfer um Maria mit Jesuskind.
    Folgende habe ich geoutet: Von rechts:
    – St. Erasmus, St. Christopherus, St. Vitus / Veit, Unbekannt – St. Cyriakus (?), St. Margareta, St. Barbara, Hl. Maria mit dem Jesuskind, St. Dorothea mit Blumen, St. Achatius mit Dorn (?), St. Katharina mit zerbrochenem Rad, St. Pantaleon mit Nagel im Kopf, St. Blasius mit zwei Kerzen und Unbekannter Bischof mit Lanze – St. Ägidius?
    -Unbekannter Kleriker/Diakon mit Buch. Die Angaben auf dem Blatt in der Kirche stimmten nämlich nicht. Unter Umständen weiß einer mehr:
    Insgesamt lohnt die Kirche einen Besuch. Auch das Gemälde oberhalb des Altares ist
    erklärungsbedürftig.

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