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Magerkost für Italiens Opernfreunde

Mai 14, 2009

Lange schon wollte ich etwas schreiben über Italiens Opernhäuser, vor allem nach meinem kürzlichen Besuch im San Carlo, das nach seiner Beinahe-Pleite unter der staatlichen Zwangsverwaltung vorerst gerettet scheint und sogar instandgesetzt wurde. Die NZZ berichtet nun dankenswerter Weise ausführlich, und sie kann das viel tiefgründiger als ich, über das „neue“ Teatro San Carlo als auch über die prekäre Lage anderer italienischer Opernhäuser mit klingenden Namen wie das Massimo in Palermo, die Oper Rom und den Maggio Musicale. Ohne Subventionen können die Theater nur stark reduzierte Programme anbieten, die Häuser werden nicht genutzt, degenerieren nach aufwendiger optischer Renovierung zu Museen mit raren Öffnungszeiten. Oper generell und vor allem die Begegnung mit den eigenen großen Komponisten wird der Bevölkerung vorenthalten, Italiens grosse musikalische Kultur geht geradezu vor die Hunde. Schon jetzt werden Inszenierungen und Ausstattungen im Land „herumgereicht“, und die absehbare Konzentration auf einzelne Häuser wie das Teatro alla Scala als Touristenattraktion wird ein weiteres dazu tun. Dabei könnten vor allem die grossen Häuser in Neapel und in Palermo, aber auch Häuser in der Provinz, mit Sicherheit gut touristisch erschlossen werden, wie auch in dem Artikel der NZZ angeregt.
Sieht man sich also bei den südlichen Nachbarn um, kann man mit der Angebotsvielfalt unserer deutschen Häuser zumindest quantitativ zufrieden sein. Italienische Opernfreunde pilgern einstweilen nach Norden, wenn sie Verdi, Rossini oder Donizetti erleben wollen.

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