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Werther mit Massimo Giordano

April 26, 2009

In der gestrigen Vorstellung sang der genesene Massimo Giordano die Hauptrolle. Mit rrrrollendenem Errr, aber immerhin. Ein sehr italienischer Werther, mehr habe ich auch nicht zu kritisieren. Grosse, voller gewordene Stimme mit Strahlkraft, selbstverständlichen Höhen, die er selbstbewusst auslebt, dazu das im Französischen absolut unverzichtbare Legato. Eine sehr gute Leistung. Er war ein absolut adäquater Partner für Susan Graham, die wie schon letzte Woche vor allem in der Briefszene und beim „Laisse tomber les larmes“ tief beeindruckte. Ion Marin trug die Sänger auf Händen, nicht eine kleine Note wurde überdeckt, dabei hätten die grossvolumigen Stimmen der beiden Hauptakteure es wahrscheinlich drauf gehabt, das Orchester auf jeden Fall zu übertönen.

Den künftigen Werther-Besuchern kann man nur raten, nach der Pause auf die Sessel zurückzukehren, denn nach den läppischen Spielchen der ersten Akte kommt erst der beste Teil der Oper. Und bitte: Nehmen sie sich ein paar Bonbons mit, falls Sie unter allergischem Husten leiden, denn die Pollen fliegen und das Hustenkonzert im Zuschauerhaus kann die Stimmen der Sänger schnell mal übertreffen. Gestern jedenfalls war die Geräuschkulisse aus dem Publikum kaum zu ertragen. Es ist doch immer wieder ein Erlebnis, wie punktgenau die innigsten Stellen einer Partitur vom Anfall getroffen werden. Und bitte packen sie die Bonbons vorher aus; Husten UND Rascheln ist dann doch etwas zu viel.

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