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Randazzo

April 7, 2009

napoli-2009-264 So hoch liegt das Städtchen Randazzo. Der Zug hatte ganz schön zu schnaufen. Erst als ich zuhause diesen Blogeintrag schrieb, stellte ich fest, dass ich bei der Ätnatour letztes Jahr schon ganz in der Nähe war. Der Ort liegt nämlich oberhalb der Alcantaraschlucht. Als ich ausstieg, roch ich schon die Bergluft. Es war kühl, obwohl die Sonne schien. Kein Wunder, ein paar Hundert Meter weiter lag noch Schnee. Ich machte einen Spaziergang durch den Ort, wollte eigentlich dort essen. Es war alles geschlossen. Ein Feinkostladen hatte auf. Ich probierte mich durch allerhand Käsesorten der Gegend mit Pfeffer und Pistazien, kostete wirklich gute sizilianische Salami, fand endlich das passende Mitbringsel für den besten aller Auftraggeber, nämlich ein natives, biologisch angebautes Olivenöl DOP und trat bepackt mit eingeschweisstem Käse und Salami, Öl, Brot und Wein und leicht besäuselt den Rückzug zum Zug an.

Randazzo 2009 Randazzo 2009
Die von noch unbelaubten Bäumen umgebene Piazza liegt still im milchigen Vormittagslicht. Im Hintergrund die Türme der Chiesa S. Maria, die aus schwarzem Lavastein errichtet ist. Die Urkirche stammt aus der Zeit der Normannen und Stauffer. Apsis und Türme sind noch erhalten. Das Innere in Renaissance Stil mit dreischiffigem Grundriss hat die Form eines lateinischen Kreuzes. Der barocke Hauptaltar stammt aus dem 17. Jh.
Randazzo 2009 Randazzo 2009
Die Chiesa S. Nicolò weist einen nicht ganz so homogenen Baustil auf wie S. Maria. Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert und scheint häufig um- und angebaut worden zu sein. Sie gefiel mir, weil sie so behäbig aussieht im Kontrast zu der eleganten Chiesa S. Maria.
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Eine Kuppel von S. Nicolò und eine von Randazzos vielen Gassen.

napoli-2009-271 Ich hätte die Pistazienpaste und all die guten Dinge aus Bronte, die der Laden in Randazzo im Angebot hatte, dort kaufen sollen. Aber nein, ich wollte sie in Bronte kaufen. Bronte ist viel größer als Randazzo. Der Ort liegt am Hang, der Circumetnea Bahnhof liegt oberhalb der Stadt. Das Stadtzentrum liegt ganz weit unten. Kein Bus, kein Taxi, keine Touristen, nur ich. Der Sizilianer hat zwischen 1 und 3 Mittagsruhe. Nachdem ich etwa eine halbe Stunde bergab gegangen war, ohne in den Ortskern zu gelangen und ohne an irgendetwas Interessantem vorbeigekommen zu sein und mir beim zurückschauen schon graute vor dem steilen Weg, den ich wieder zum Bahnhof gehen musste, gab ich auf. Im Schneckentempo ging ich wieder zurück, denn inzwischen war es doch schon ziemlich warm geworden.
napoli-2009-226 589,20 m hoch hoch liegt der Bahnhof von Bronte. Ich bin mindestens 150 Höhenmeter abwärts gegangen (und zurückgestiegen).
Beim Abholen meiner in der Bahnhofsbar deponierten Randazzo-Einkäufe kaufte ich ein bisschen Pistaziengebäck, damit ich wenigstens etwas aus Bronte mit nach Hause brachte.napoli-2009-266 napoli-2009-265
Die Fahrt bergab entschädigte dann durch die Aussicht auf in schwummriges Spätnachmittagslicht getauchte Landschaft und sich zuziehende Berge. Der Zug war fast leer und da kommt man zwangsläufig ins Gespräch, wenn auch die Verständigung für beide Seiten etwas schwierig war, denn Dialekt ist dort oben recht ausgeprägt, und ich verstehe ihn nur mit Mühe oder eigentlich gar nicht.

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