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Unterwegs mit der Circumetnea

April 6, 2009

Der letzte Tag meines Aufenthaltes in Catania war ein langer Tag, denn die Fähre zurück nach Neapel legt erst spät abends ab. Es war ein sonniger Tag, gerade richtig, um mit der Circumetnea um den Vulkan zu fahren. Na ja, nicht ganz drumherum. Dafür bräuchte ich mindestens drei Tage. Aber bis Randazzo habe ich es geschafft. Das liegt genau an der Mitte der Strecke, 70 km von Catania entfernt, quasi hinter dem Berg, vom Meer aus gesehen.
Circumetnea 2009 Etna 2009 Ein Wagen der Circometnea Führerhaus der Circumetnea
Die Circumetnea ist kein touristisches Schmalspurbähnchen, sondern ein effektives Transportmittel, das die Städtchen und Dörfer des dichtbesiedelten Umlandes und der unteren Hänge des Aetna miteinander und mit Catania verbindet. Der Zug transportiert Schüler zwischen den Bergdörfern, Studenten von Catania in ausgelagerte Institute der Universität, Angestellte nach Catania zur Arbeit, Hausfrauen mit Einkaufstüten aus den Supermärkten der Etnapolis zurück in ihre Dörfer: der Zug war immer voll als nach meinen Unterbrechungen wieder einstieg. Erst bei der Rückfahrt am Abend war er nicht mehr voll besetzt. Ohne diesen Zug wäre das Verkehrschaos in Catania mit gefühlt 300.000 Autos bei 300.000 Einwohnern noch größer, wenn man die dichte Besiedlung des Einzugsbereiches der Stadt berücksichtigt. Die Fahrpreise sind attraktiv. Ich habe für die 70 km hin und zurück ca. 8 Euro bezahlt. Die Fahrkarten der Circumetnea gelten immer auch für die Anschluss-Strecke der Metropolitana in Catania.

Um von Catania zur Circumetnea zu gelangen, darf man die Metropolitana benutzen, den ganzen Stolz der Stadt. Sie verbindet den Startbahnhof der FCE Catania-Borgo mit dem Hafen von Catania. Derzeit hat die Metro sechs Stationen, davon drei (vielleicht auch nur zwei) unterirdische. Eine sehr sinnvolle Sache.

Der Zug wird mit Dieseltreibstoff gefahren. Die Wägen sind alt. Allerdings werden sie auch stark beansprucht. Das Personal ist zwar darauf bedacht, alles einigermassen im Griff zu halten, aber die „Abnutzung“ durch die große Anzahl der transportierten Schüler ist ziemlich groß. Die Wägen sind in entsprechendem Zustand.

Das tut dem einmaligen Erlebnis keinen Abbruch. Der Weg führt über die gewerblichen und stark industriegeprägten Vororte von Catania am Fuss des Aetna entlang. Der Berg ist allgegenwärtig. Einmal erscheint seine weisse Silhouette rechts von mir, einmal links, er machte mich völlig konfus. Die erste Fahrtstunde war geprägt von großen Flächen üppiger Löffelkakteen, die ich wegen des Gegenlichtes nicht fotografieren konnte. Sie prägen die Landschaft. Die Landschaft wechselt ständig. Nach Weinbergen und Kakteen wechseln sich bedrohliche erscheinende Lavafelder, die noch ganz frisch zu sein scheinen, mit alteren Feldern ab, aus denen gelbes Sedum oder irgendwelche andere Magergewächse versöhnlich lächeln.

In Andrano hatte ich einen kurzen Aufenthalt, denn dort wurde der Zug gewechselt. Ich dachte es sei besser, zuerst zur höchsten Stelle nach Randazzo durchzufahren. Aus Wettergründen einfach. Die Rückfahrt habe ich dann in Bronte unterbrochen.

Die Bahnhöfe für sich sind schon ein Erlebnis. Sie sind fast identisch ausgestattet, alle mit Personal besetzt. Und jeder Bahnhof hat eine Bar, mit richtigem caffè und allem was sich gehört für eine Bar. Märchenhaft. Die drei, die ich besucht habe, schienen auch eine Art Dorftreffpunkt zu sein.

Der Zug hat schwer zu tun, bis er die knapp Tausend Höhenmeter bis Randazzo überwunden hat. Unterwegs wird er an speziellen Stationen mit Wasser versorgt. Der Dieseltreibstoff hat anscheinend bis dorthin gereicht. In Randazzo wird dann zum zweiten Mal der Zug getauscht zur Fahrt auf der nördlichen Seite des Bergmassivs. Aber soweit bin ich dieses Mal nicht gekommen.

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