Skip to content

Luna Rossa und Villa Romeo

März 31, 2009
tags:

Luna Rossa 1 Luna Rossa 2
Bei der Vorbereitung meines Kurzurlaubes war die Unterbringung ein zentraler Punkt. Ich hatte zwar nur ein kleines Budget, aber doch ein paar Ansprüche. Ich wollte in Neapel so zentral wohnen, dass ich sowohl die innerstädtischen Busse und den Alibus zum Flughafen zu Fuss erreichen kann, wie auch die Circumvesuviana, und der Fährhafen sollte auch ohne grosse Umsteigerei zu erreichen sein. Da bietet sich eigentlich die Piazza Garibaldi an, deren unmittelbar anliegende Hotels sehr touristisch, entsprechend überteuert und vor allem laut sind, wie ich letztes oder vorletztes Jahr bei einer Übernachtung feststellen konnte. Die Gegend dahinter ist auf beiden Seiten der Piazza nicht gerade die feinste, und Hotels gibt es dort auch; Man(n) muss nur die richtige Auswahl treffen, wenn Sie verstehen, was ich meine. Ich hatte ein gutes Gefühl, als ich ein Zimmer für drei Tage im Hotel Luna Rossa buchte. Die Beschreibung des Hotels gefiel mir und der Preis für drei Tage war überaus günstig. Das Haus liegt 100 m vom Hauptbahnhof in einer Seitenstrasse in der zweiten Reihe hinter der Piazza Garibaldi. Die Einrichtung ist etwas besonders. In der engen Rezeption steht ein großer Flügel, überall hängen musikalische Andenken an den Vater der Hoteldirektorin, den Komponisten Antonio Vian, der in den 50er Jahren eine Berühmtheit war, Noten, Schallplatten, Fotos.
Die absolut ruhigen und geschmackvoll eingerichteten Hotelzimmer befinden sich im Hintergebäude. Auch dort sind die Wände zu Ehren des Vaters dekoriert. Alle Zimmer tragen die Namen einer Komposition. Beim ersten Teil meines Aufenthaltes wohnte ich in „Maruzzella“ und als ich am Ende meines Urlaubs nochmals für eine Nacht zurückkam, durfte ich in „Napul’e“ übernachten. Ich fand das Hotel angenehm unaufdringlich, durch die dicken alten Wände absolut ruhig, sehr empfehlenswert. Frühstücken sollte man allerdings ausser Haus, was sich aber in Neapel ohnehin empfiehlt. Wer nur caffè zum Frühstück braucht, ist aber gut bedient.

Nun bin ich nicht gerade ein Schmachtfetzen, aber ohne das berühmte „Luna Rossa“ entkommt man diesem Blogeintrag nicht, etwas modernisiert und unter Mitwirkung von vier berühmten Sängern, zwei Italienern und zwei Napolitanern.

Benvenuti dans le airport most effervescent of Itali – So steht es wörtlich über dem Eingang zum Flughafen Capodichino. Ich weiss noch immer nicht, ob das ein Scherz sein soll. Ich vermute mal ja. Wegen der Schreibweise. Andererseits …

Pünktlich und effektiv sind sie jedenfalls dort. Sogar überpünktlich. Mein Flug nach Catania ging Sonntagfrüh um 7 Uhr. Ich war rechtzeitig am Flughafen, gab mein Gepäck ab, Boarding sei um 6.20 Uhr. Das reicht leicht für caffè und brioche, dachte ich. Punkt 6.20 schrie so ein Idiot per Lautsprecher durch die schlaftrunkenen Hallen: „Letzter Aufruf für Frau rossignol!“ So schnell konnte ich gar nicht die Halle bis zum Gate durchqueren bis der Bus weg war, vierzig Minuten vor dem Abflug! Jedenfalls kam Frau Wichtig so zum ersten Mal in den Genuss eines Privattransfers zum Flieger. War zwar nicht beabsichtigt, aber auch nicht schlecht.
Dieser überpünktliche Flieger war natürlich auch überpünktlich in Catania, wo auch schon ein überpünktlicher Alibus nur auf mich wartete, um mich in die Stadt zu bringen. Was mache ich nur so früh dort, dachte ich mir.

Für die Hotelwahl in Catania galten die gleichen Kriterien wie für Neapel. Für den kurzen Aufenthalt wollte ich zentral wohnen, die öffentlichen Verkehrsmittel schnell erreichen können UND zu Fuss zur Oper gehen können. Das bewährte Villa Mater fiel also aus. Das Rennen machte das Hotel Villa Romeo, das dem Bahnhof gegenüber an der stark befahrenen Strasse zwischen Bahnhofsplatz und Piazza dei Martiri liegt, äusserlich ein etwas unansehnlicher alter Palazzo. Das Hotel erwies sich als wahrer Glücksgriff. Angefangen bei dem aussergewöhnlich freundlichen und aufmerksamen Personal am Empfang, die mir frühmorgens mein Zimmer schon zugänglich machten, über die gepflegte Ausstattung der öffentlichen Räume des Hotels wie auch der Zimmer bis zum Frühstück, das für italienische Verhältnisse üppig war – es herrschte eine beispielhaft gute Atmosphäre in dem Haus. Auch hier wegen des dicken Gemäuers keinerlei Lärmbelästigung von draussen. Ich habe schon lange nicht mehr so gut geschlafen wie in diesen beiden italienischen Hotels.

Da sich das Hotel über mehrere in einander übergehende alte Gebäude erstreckt, ergeben sich eine Anzahl kleiner Terrassen und Innenhöfe. Diese kleine Dachterrasse, an der mein Zimmer lag, fand ich ganz bezaubernd. Man stelle sich warme Sonne vor – wie könnte man dort frühstücken. Aber dazu war es noch zu kalt. Ach ja, warme Decken für die Kälte brachten sie auch ungefragt.

Catania Villa Romeo

Advertisements
No comments yet

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: