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Otello mit Johan Botha am 17. März

März 18, 2009

Mein Besuch galt der zweiten Vorstellung als der Johan Botha sein Hausdebüt bei der Bayerischen Staatsoper gab. Otello wird selten gespielt in München. Ich kann mich gar nicht an das Jahr erinnern, in dem ich die Oper zuletzt gesehen habe. Ich glaube mich an Anja Harteros als Desdemona zu erinnern, keine Ahnung wer ihren Otello sang. Ist aber auch kein Wunder, denn passende Sänger sind Mangelware. Johan Botha ist ein sehr passender Sänger für Otello. Ich hatte große Sympathie für den Otello, den er gestaltete (ja, gestaltete), der zwar ein großer Feldherr war, aber als Mann so ganz wenig Selbstvertrauen hatte. Und so hörte man in den anfänglichen Szenen mit Desdemona viel sehr schönes Piano, aber auch die kraftvollen Ausbrüche bewältigte er souverän. Domingo darf man nicht im Ohr haben, denn Botha singt anders. Er singt die Rolle beherrscht und mit großer Stimmkultur. Er singt sie „leise“, wobei ich nicht die Phonstärke meine. Ich mochte das.

Adrianne Pieczonkas Desdemona war makellos, obwohl sie mir in anderen Rollen besser gefällt. Ihre Desdemona berührt mich noch nicht mal im vierten Akt. Ganz im Gegensatz zu Botha erstaunlicherweise, der als mässiger Akteur gilt. Einen soliden Jago sang Lucio Gallo, dessen delikates Spiel seine gesangliche Leistung unterstrich.

Noch mehr als Botha, von ich bei seinem Debüt in München viel erwartete, begeisterte mich Wookyung Kim als Cassio, dessen lyrisch strömendem Tenor und spielfreudige Darstellung (soweit es die Rolle zulässt) einen glänzenden Eindruck hinterliess. Toll.

Glänzend besetzt auch die früher meist zu kurz gekommene Rolle der Emilia mit Enkelejda Shkosa. Gut in Schuss auch die Herren Francesco Petrozzi (Rodrigo),
Christian Van Horn (venezianischer Gesandter) und Christoph Stephinger als Montano, der scheinbar eine Fussverletzung hatte, denn er humpelte am Ende.

Instrumental war es ein geteiltes Glück. Es gab herrliche Sequenzen. Die Holzbläser machten mich glücklich, die Bässe und die Celli ebenso. Obwohl mir Bertrand de Billys umsichtiges Otello-Dirigat von seinen bisherigen am besten gefallen hat,springt kein Funke über, wobei ich noch nicht mal genau sagen könnte, woran es liegt. Wahrscheinlich an mir.

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