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Lucrezia Borgia 15. März

März 15, 2009

lucrezia_03_15-032 Als ich heute abend gegen zwanzig Uhr die Oper nach dem Publikumsgespräch mit Christof Loy verliess, sass Edita Gruberova noch immer vor dem Beck-Stand, schrieb Autogramme und machte Smalltalk. Die Schlange der Wartenden war noch lange. Ich wartete nicht, denn ich sammle keine Autogramme und nach Smalltalk war mir auch nicht. Dafür machte ich ein paar (erlaubte) Fotos, denn die Kamera hatte ich heute mit.

Vorausgegangen war tosender Applaus, der um die Statik des Hauses fürchten liess, für die Mitwirkenden einer grandiosen Nachmittagsvorstellung von Lucrezia Borgia. Vermutlich werde ich träumen von ihrem eine Ewigkeit in Piano gehaltenen Ton im Septett (oder ist es ein Oktett) des dritten Aktes „Maffio Orsini, son io…“. Dabei war der Nachmittag keineswegs eine One-Woman-Show der Edita Gruberova, und das ist es auch, was die Vorstellung hervorhebt. Pavol Breslik bot eine atemberaubende Vorstellung als Gennaro, den er richtiggehend lebt. Dabei scheint er (als lyrischer Tenor) nie an Grenzen seiner farbenreichen, leicht ansprechenden Stimme zu stossen. Die Kunst der Piani und Portamenti hat er möglicherweise seiner Landsfrau Edita Gruberova abgeschaut, die ihn am besten unter ihre Fittiche nehmen sollte, um ihn zu lehren, was man tun muss, damit eine Stimme lange hält. Hoffentlich entdeckt die Industrie den jungen Mann nicht zu früh. Franco Vasallo ist die Rolle des vierten Ehemannes der Borgia auf den Leib geschneidert, sein Samt-Bariton klingt nach Belieben höhnisch-hämisch-fies-vertrottelt. Eine dramaturgische Karikatur. Die beste Rolle, in der ich ihn bisher sah. Klassen besser als sein Germont.
lucrezia_03_15-027 Kleine Abstriche sind beim Orsini des heutigen Tages zu machen. Carmen Oprisanu, obwohl bei der Einstudierung als Zweitbesetzung dabei, konnte sich stimmlich nicht ganz durchsetzen. Das Produzieren von gesungenen Os und Us reicht nicht. Die italienische Sprache verwendet auch As und Es und Is und ein paar Konsonanten. Die gingen heute leider verloren und damit auch die Hörbarkeit. Sehr gut wieder die Knabenbande und der Männerchor. Besser als bei der Premiere, aber zu beliebig das Orchester unter Bertrand de Billy.

Eine lobenswerte Einrichtung ist das „Publikumsgespräch“, das heute im Anschluss an die Vorstellung mit dem sympathischen Christof Loy und der Dramaturgin stattfand. Bitte unbedingt beibehalten.

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