Skip to content

Listen! They are playing such sweet music. – Mein Händel-Jahr

Februar 14, 2009

Eigentlich halte ich nicht viel von Gedenktagen, von Gedenkjahren noch viel weniger. Denn eigentlich ist jeder irgendwann mal 250 Jahre tot. Für Georg Friedrich Händel mache ich eine Ausnahme. Ich mag vor allem einige seiner Opern über alles, und weil (m)ein Leben nicht reicht, um auch nur einen Teil seiner vokalen Werke, Opern und Oratorien, zu erleben, werde ich versuchen, in diesem Jahr möglichst viele Aufführungen zu besuchen, die man sonst nicht so einfach erreichen kann.

Händel findet an der Bayerischen Staatsoper ja neuerdings nicht mehr statt. Die verbliebene, zum Gähnen langweilige Tamerlano-Inszenierung erfüllt eine fadenscheinige Alibifunktion. Aber gut. Reisen bildet.

Bereits kurz nach dem in München abgesetzten Ariodante habe ich wegen Vesselina Kasarova eine Reise nach Zürich im kommenden Mai geplant, die am dortigen Opernhaus die Titelrolle in Agrippina übernehmen wird, eine Neuinszenierung von David Pountney und unter der musikalischen Leitung von Marc Minkowski.

Meine letztens neu entflammte Sympathie für ostdeutsche Musikprovinzen machte die Entscheidung für Halle nicht schwer, das alljährlich seinen großen Sohn Georg Friedrich Händel feiert, der in der Fremde sein Glück gemacht hat. Dort verbringe ich ein Juni-Wochenende mit dem mir wohl bekannten Ariodante und dem mir noch völlig unbekannten Floridante, auf den ich neugierig bin. Für den in Bad Lauchstädt zur Aufführung kommenden Xerxes habe ich zu lange gezögert, weil ich nicht sicher war, ob die Nachmittagsvorstellung zu Ende sein würde, ehe die Abendvorstellung in Halle beginnt. Und nun ist alles ausverkauft. Dafür ziert die englische Übersetzung eines Rezitativs des Arsamenes den Anfang dieses Posts. Dabei soll nicht der Eindruck entstehen, ich fände George Frederic Handels Musik süss, denn das hätte einen negativen Beigeschmack in unserem deutschen Verständnis. Ich finde Händels Musik geradezu aufregend himmlisch.

Agrippina ist in 1709 Italien entstanden, Floridante 1721 und Ariodante 1734 in England, Xerxes ebenfalls in England 1738. Ich glaube kaum, dass Händel eine seiner Opern in Deutschland geschrieben hat. Gerade habe ich bei YT die englische Version des Xerxes mit „unserer“ Ann Murray gesehen. Obwohl Händel keine originalsprachig englische Opern geschrieben hat und als Anhängerin von Aufführungen in der Originalsprache finde ich Xerxes auch in englischer Sprache gut. Habe ich schon erzählt, dass ich Ann Murray bei ihrem allerersten Auftritt in München erlebt habe. Sie kam als Cherubino. Ging sie als Giulio Cesare?

Beginnen werde ich meine Händel-Tour demnächst in Wien, wohin es Händel meines Wissens nie verschlagen hat, mit Partenope, mir bisher auch nur in Bruchstücken bekannt, aber das wird sich schnell ändern. Falls da in letzter Minute nicht noch etwas dazwischen kommt, was ich nicht hoffen will. Was das Händel-Jahr sonst noch bringt, wird sich zeigen.

Advertisements
No comments yet

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: