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Elektra

Februar 14, 2009

Wagemutig habe ich mich auf meine alten Tage in die erste Elektra-Aufführung meines Lebens geschmissen. Ich dachte, unter diesem Dirigenten könne ich einen weiteren Schritt in Richtung Überwindung meiner Strauss-Aversion tun. Ich habe mich dann auch tatsächlich fast vollständig auf das Orchester konzentriert und weniger auf die Bühne, wobei die Aktionen dort ohnehin recht statisch sind. Die Fähigkeit Naganos, große Klangvolumen transparent darzustellen, fasziniert mich immer wieder. Ohne dieses „demokratische Zusammenspiel“ hätte ich mich wahrscheinlich von überlauten Klangattacken und Geschrei akut bedroht gefühlt. So aber war es eine interessante Erfahrung, wenn auch nicht der Beginn einer Liebesgeschichte mit Elektra oder mit Strauss überhaupt.

Keine Sorge, ich schreibe nichts über Elektra. Ich bewundere die Menschen, die diese Musik verstehen und sie tief empfinden können. Ich gehöre nicht dazu.

Der Abend bescherte mir ein Wiederbegegnung mit Agnes Baltsa als Klytamnästra, mit einer starken Bühnenausstrahlung nach wie vor und bei guter Stimme. Manuela Uhls Chrysosthemis hatte sowohl dramatischen Ausdruck wie lyrische Innigkeit. Dazu spielte sie noch sehr ansprechend. Sie hat mir von den Damen am besten gefallen. In der Titelrolle war Deborah Polaski zu sehen, die den darstellerischen und stimmlichen Kraftakt bewundernswert bewältigte. Alleine wie sie die Axt schwingt, lässt mich schon den Kopf einziehen. Ein absolutes Manko bei allen drei Damen in den Hauptrollen, aber auch bei den Mägden und den anderen weiblichen Dienstboten war die katastrophale Textverständlichkeit. Tödlich für Anfänger wie mich, noch dazu wenn ein Stück nicht übertitelt ist. (Das „Hätten Sie sich mal vorher besser mit dem Stück beschäftigt“ können Sie sich gerne sparen.)
Zum ersten Mal hörte ich auch den Bassisten Ain Anger (mit ausgezeichneter Diktion), der Orest darstellte und der in der Erkennungsszene mit orchestraler Unterstützung wirklich anrührende .Momente erzeugen konnte. Ihn würde ich gerne in anderen Rollen wieder hören.

Immerhin bin ich jetzt wieder einen kleinen Schritt weiter. Sweet music würde ich das Gehörte jedenfalls nicht nennen.

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One Comment leave one →
  1. Olli permalink
    Februar 15, 2009 00:41

    Allein die Namen der Damen erschrecken mich schon zutiefst! lol

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