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La Traviata: Violetta, die Dritte

Dezember 31, 2008

Drei Vorstellungen der weihnachtlichen Traviata-Serie sahen drei unterschiedliche Darstellerinnen der Violetta. Gestern präsentierte sich Anna Samuil, die als Einspringerin ihre Sache gut machte. Darstellerisch war sie durchaus berührend, wusste auch stimmlich zu überzeugen, wenn auch die Strahlkraft, das Aufblühen der Stimme in der Höhe, etwas fehlt. Ein paar anfangs gehörte Töne hat Verdi sicher so nicht komponiert, waren aber vermutlich der Situation geschuldet.

Es müsste eine weitere Lobeshymne auf die Darsteller beiden Herren Germont folgen, die ich mir spare, da Beczala und Lucic so überragend wie an den Abenden vorher waren und wirklich alles gaben. Ich bedauere allerdings sehr, dass die durchweg glanzvollen Gesangsleistungen von Piotr Beczala und Zeljko Lucic sowie am ersten Abend von Anja Harteros, die ansprechenden Darbietungen der beiden Einspringerinnen Andrea Rost und Anna Samuil und die schönen Erfahrungen mit neuen und alten Ensemblemitgliedern durch das roboterhafte Dirigat nicht zur Geltung kommen konnten. Leidtragende Künstler waren natürlich vor allem auch der Chor und das Orchester. Gestern fielen mir einige Umbesetzungen im Orchester auf. Vermutlich waren einige Musiker aus dem Weihnachtsurlaub zurück, darunter meine „Lieblingsklarinette“. Bei ihrer Solostelle spürte ich so etwas wie Bemühen um Emphase im Ausdruck und hegte schon Hoffnung. Vergebens.

Da bei den bisherigen Aufführungen der Funken nie übersprang, war der Applaus an allen Abenden zwar sehr herzlich, auch begeistert für die Sänger, aber auffallend kurz.

Ärgerlich einmal mehr das unkundige Saalpersonal, das Besucher während der Lichtpause die Ränge verlassen liess. Bis alle wieder ihre Plätze eingenommen hatten, war die schöne Einleitung zum zweiten Teil des zweiten Aktes natürlich ruiniert bzw. vorüber.

Für La Traviata lasse ich, zumindest für die letzte Vorstellung dieser Serie, alle Hoffnung fahren und bleibe zu Hause. Für Piotr Beczala wünsche ich mir in einer der nächsten Saisonen eine Premiere an der Bayerischen Staatsoper. Leider hört auf mich keiner.

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4 Kommentare leave one →
  1. rossignol permalink
    Februar 5, 2009 21:57

    Das hatte ich fast „befürchtet“, als ich vor ein paar Tagen von Villazons erneutem Pech hörte und las, dass Beczala in US ist. Mit dem in Deutschland beinahe noch immer „Geheimtip“ ist es jetzt vermutlich endgültig vorbei. Auch schade irgendwie.

  2. Olli permalink
    Februar 5, 2009 23:01

    Hast Du schon für die Boheme am 2.4. und/oder 4.4.geordert?
    Davor, am 8. März singt Er ja noch mit dem RO und für eine Live-CD den Zarewitsch im Prinze.

  3. Februar 6, 2009 00:02

    Die Bohème habe ich irgendwie übersehen. Ich war unterwegs und war ohne Netz. Vielleicht kriege ich morgen für den 4. noch was.

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