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BSO: Luisa Miller

November 24, 2008

Einige in der Luisa Produktion noch nicht gehörte Sänger kamen heute zum Einsatz, weshalb ich mich trotz eines Schreibtisches voller Arbeit ins Nationaltheater aufmachte.
Stefano Secco (habe ich den überhaupt schon jemals gehört?) sang einen beachtlichen Rodolfo. Die Stimme ist sehr schön, kräftig, sauber geführt und mühelos in der Höhe. Phrasieren kann der Mann auch und hat Sinn für „kultiviertes Singen“, wie ich meine. Serena Farnocchia – auch sie hörte ich zum ersten Mal – sang die Luisa. Auch sie ist mit einem kräftigen Organ gesegnet, das sie für meinen Geschmack aber zu „kräftig“ einsetzt. Erst gegen Ende der Vorstellung besann sie sich auf etwas lyrischeren Ausdruck, jedoch reicht sie bei weitem noch nicht an die subtile Rollengestaltung einer Krassimira Stoyanova heran. Der Vater Miller wurde von Zeljko Lucic dargestellt. Die Stimme balsamisch, häufig hörte ich mezzavoce, was ich ausserordentlich schön fand, von Säuseln war dabei keine Spur. Wenn ich richtig gehört habe, gab es kurze Intonationstrübungen jeweils am Beginn seiner Arien. Das galt auch für Carlo Colombaras Auftrittsarie, der wieder den Grafen Walter sang. Der zweite Bass war Steven Humes als Wurm. Warum die beiden letzten Herren beim Applaus etwas zu kurz kamen, kann ich mir ehrlich gesagt nicht erklären. Ich fand sie beide gut. Elena Maximovas Federica dagegen ist eher „de gustibus“. Ich mag nicht gerne durch Gesang erschreckt werden, und das tut sie, wenn sie den Mund aufmacht.

Bei Lucics Miller hatte ich übrigens ständig Gavanelli vor meinem inneren Auge, der sich die Figur des Miller einfach übergezogen hatte und auf den sie rein optisch auch zugeschnitten war. Trotz hervorragender Maske ein darstellerisch schweres Erbe für jeden Nachfolger.

Die musikalische Leitung lag wieder bei Massimo Zanetti, der wie immer flott unterwegs war und vermutlich dadurch viele Abstimmschwierigkeiten mit Bühne und Chor verursachte. Das Orchester hatte auch nicht den richtigen Drive; die Ouverture war naja. Wahrscheinlich liegt es daran, dass meine Lieblingsklarinette offenbar nicht mehr mitspielt.

Lauer Applaus (mit Ausnahme Secco).

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