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Dresden

August 31, 2008
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Jeder Deutsche war vermutlich bereits einmal in Dresden; Ratschläge was man dort tun kann, braucht’s deswegen nicht. Schon gar nicht von einem Dresden-Neuling. Natürlich war ich im Zwinger solange das Wetter schön war und ich war nochmal da, als es kühl und regnerisch war. Das Bauwerk und die gesamte Anlage ist einfach überwältigend. Das Zwinger-Konzert in der Abendsonne verkniff ich mir. Wenn ich wegen Theaterferien schon nicht in die Semperoper konnte mochte ich auch keine Barockmusik mit Tanzeinlagen sehen und hören. Die 20 Euro für das Stadtrundfahrt-Ticket, das ich gleich bei der Ankunft erstand, waren gut angelegtes Geld. Ich machte gleich mal eine Abendfahrt mit, um einen Eindruck zu bekommen und folgte um 21 Uhr dem Nachwächter auf seinem abendlichen Rundgang. Das am Spätnachmittag gekaufte Ticket gilt für beliebig viele Fahrten mit Fahrtunterbrechungen auch am nächsten Tag bis 22 Uhr. Eingeschlossen sind auch Fahrten zu den Elbschlössern und zu Schloss Pillnitz. August der Starke, dem Dresden seine architektonische Schönheit überwiegend verdankt, ist allgegenwärtig in der Stadt. Nach den Anekdoten und Geschichten, die ich in den Tage hörte, nenne ich ihn für mich August den Wilden. Neben den Frauen scheint er vor allem Gold geliebt zu haben. Hier das vergoldete Reiterstandbild aus Bronze, das den König auf dem Richtung Polen abbildet, dessen König er auch war. Auf Gold trifft man nicht nur in den Schatzkammern der Museen und der Grünen Gewölbe, sondern überall in der Altstadt. Diese goldenen Figuren oberhalb der Brühlschen Terrassen sind meines Wissens keine Engel. Die rechte Kuppel der Kunsthochschule ziert beispielsweise die Göttin Victoria. Hier begegnete mir wieder Otto Dix, der in der Kunsthochschule Dresden gewirkt hat und sie massgeblich beeinflusste. Jahrelang habe ich den Namen Otto Dix nicht gehört oder gelesen und kein Bild gesehen, und jetzt begegnet er mir in kurzer Zeit gleich mehrmals. Leider ist die Galerie für moderne Kunst wegen Umbau des Albertinums geschlossen. Bilder sind zwar in Sonderausstellungen zu sehen, meine Zeit reichte aber gerade mal für die Staatliche Gemäldegalerie Alte Meister und für das Porzellanmuseum im Zwinger.
Links ein Blick auf das Zwingergebäude, das das Porzellanmuseum beherbergt. Der Zwinger ist in seinem hinteren Teil des Zwingers umgeben von einem Wassergraben und einem sehr hübschen Park mit Brunnen. Eine schön gestaltete Grünfläche mitten in der Stadt, deren Grünanteil überdurchschnittlich erscheint. Abgesehen von dem grünen Elbufer trifft man ständig auf grüne Inseln mit mehr oder weniger bedeutenden Monumenten.
Denkt man an Dresden und Porzellan, dann darf der Fürstenzug nicht fehlen, das mehr als hundert Meter lange Wandbild an der Fassade des Stallhofes des Dresdener Schlosses, das die Sippe der Wettiner darstellt und das aus etwa 25000 Meißner Porzellankacheln zusammengesetzt ist.
Natürlich stand auch die Frauenkirche auf meinem Programm. Das Betreten des denkwürdigen Bauwerks gelang mir erst beim zweiten Anlauf und nach längerem Warten, da die Kirche wegen Konzerten geschlossen war und natürlich während der Gottesdienste, wobei mich eine Art Ehrfurcht überkam in dieser besonderen Kirche. Der Platz vor der Frauenkirche hat etwas großzügig Weites, das die Bedeutung des Bauwerkes unterstreicht, ohne monumental zu wirken. Etwas Leichtes, das ich überall zu spüren glaubte.


Dresden bescherte mir überhaupt gemischte Gefühle. Es erweckte meine Sympathie als ich den Bahnhof in Dresden Neustadt verliess und ausserordentlich freundliche Leute traf, was ich in meiner süddeutschen Arroganz nicht erwartet hatte. Es bezaubert mit der Leichtigkeit, Symetrie und Geschlossenheit des architektonischen Stadtbildes. Die Offenheit, die das Leben einer Stadt am Fluss mehr prägt als anderswo, wie ich finde und die ich in Dresden nicht unbedingt erwartet habe. Leider ist so ein langes Wochende bei weitem nicht ausreichend, all das zu sehen, was man gerne sehen würde oder woran man teilnehmen möchte. Einen Besuch des Historischen Grünen Gewölbes zum Beispiel muss man vorher organisieren (vor allem an verregneten Tagen), da der Einlass in festgelegten Zeitfenstern erfolgt. Das Neue Grüne Gewölbe, dessen Besuch möglich gewesen wäre, habe ich daher ebenso zurückgestellt wie eine Führung durch die Semperoper, die ich dann doch lieber bei einem Opernbesuch von innen kennenlernen möchte. Geradezu berauschend der Abschiedsblick auf die Altstadtsilouette, amüsiert dagegen und auch ein bisschen neidisch der Blick auf die Schlange der Besucher des Sonntagabends-Konzertes im Rahmen der Filmnächte am Elbufer.
Die Sonne zwischen der Moschee, die keine ist, sondern eine Zigarettenfabrik war und dem alten Speicherhaus, das zum Hotel wurde

Blick von der Brühlschen Terrasse auf die Neue Terrasse

Das Filmfest am Neustädter Elbufer und die zwangsweise untätigen Tanzschiffe

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2 Kommentare leave one →
  1. Juni 18, 2010 20:45

    Sehr schöne Bilder! Nette Inspiration! Danke!

  2. September 10, 2012 12:40

    Zwar ist es mir etwas unangenehm, aber ich war noch nie in Dresden 😦 Zwar öfter mal vorbei gefahren, aber das Stadtgebiet habe ich noch nie betreten.
    Werd das nachholen…
    LG, Maria

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