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Am Hochrhein

August 20, 2008

Ein kühlgrauer Sonntag nach dem großen Regen vertrieb mich von meinem Gebirgsquartier in Scheidegg an den See in der Hoffnung, dass dort angenehmere Temperaturen herrschen würden. Ich fuhr nach Stein am Rhein und wollte später weiter nach Schaffhausen – auch so Plätze, die ich beim Schulausflug zum ersten und letzten Mal gesehen habe. Stein am Rhein hatet schon damals mächtig Eindruck auf mich gemacht mit den bemalten Häusern. Rathaus Stein am Rhein

Uns wurde damals erklärt, die Häuser seien deshalb so unbeschadet und gut erhalten, weil sie im Krieg nicht zerstört worden waren. Letzten Sonntag las ich in Stein, daß die Amerikaner versehentlich bei Kriegsende die Stadt bombardierten und große Schäden anrichteten. Von wegen historische Bauten – Wiederaufbau und Restaurierung also auch hier. Die Stadt hat sich rein äusserlich seit meiner Jugend nicht verändert. Alles ist so wie es damals schon war, obwohl sich natürlich Gastronomie und die örtliche Wirtschaft der Zeit angepasst haben.

Die trotz der vielen Touristen angenehme, gastfreundliche Stimmung lädt ein zum Café crème. August_2008 113 Das Café „Zur Hoffnung“ scheint mir genussverheissend. Schümlikaffee und Rhabarberkuchen kommen in gewohnt guter schweizer Qualität, die Wahl meines Sitzplatzes August_2008 115 war vorsorglicher Natur.

Ein Gang durch die Gassen der kleinen Stadt ist sehr lohnend. Es gibt hübsche Läden und so gut wie keinen Touristenkitsch. In dieser Gegend begegnet man ständig den Ausdrücken „Enklave“ und „Exklave“. Stein ist aus schweizer Sicht eine Exklave. Praktisch spielt das alles keine große Rolle. Der Personenverkehr in diesem Dreiländereck ist gewachsen freizügig, anders als an den Autobahngrenzübergängen in die Schweiz beispielsweise, wo man die Grenzsituation spürt.

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Die gelassen heitere Stimmung und die aufkommende Sonne trieben mich dann doch an die Schiffslände, wo ich zu meiner Überraschung erfuhr, daß der Rhein, der bei Stein den Untersee verlässt, von dort bis nach Schaffhausen schiffbar ist und rein zufällig ging auch gleich eines der schönen Bodenseeschiffe. Ich kaufte mir ein „Riverticket“ für 20 Euro für eine vierstündige Flusskreuzfahrt und war schon vor Antritt der Reise hochzufrieden mit meinem Tag. Nach der Strecke Basel-Amsterdam/Rotterdam und teilweise auch retour dürfte ich jetzt den ganzen Rhein, soweit er schiffbar ist, befahren haben. Von Basel nach Schaffhausen bin ich noch nicht gefahren, aber meines Wissens gibt es dort keine Schiffe. Von einem seiner zahlreichen Quellflüsse in den schweizer Bergen bis zur Mündung in den Bodensee könnte ich es ja mal mit dem Kanu versuchen, wenn ich nicht kaltes Wasser noch mehr hassen würde als Zucker im Milchkaffee.

Ich liebe Flusslandschaften und spendiere ein paar Bilder trotz eines Schattens auf der Kameralinse. Vielleicht findet sie noch jemand so beruhigend wie ich.

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