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Im Haller Park Bamburi

Juli 15, 2008

Wo ist mein Sandwich?

Wo ist mein Sandwich?

Wer sich nicht lange in Mombasa aufhält – wer keine Zeit, kein Geld oder keine Lust auf teuere Safari hat, muss nicht ohne Naturerlebnis Kenia nach Hause zurückkehren. Vielleicht fehlt auch dem einen oder anderen trotz Safari noch ein schönes Hippo-Foto oder man ist genervt durch das Herumliegen am Strand oder am Pool. Im Haller Park wird Ihnen geholfen.

Auf dem ausgebeuteten Kalk-Steinbruch der Bamburi-Zementfabrik entstand in vierzig Jahren ein einzigartiger naturnaher Park, in dem das Abbaugebiet sukzessive renaturiert wird. In dem Areal des Haller Parks, benannt nach seinem schweizer Gründer Dr. René Haller, wurden nach der Rekultivierung mit einheimischen Pflanzen Tiere angesiedelt, die aus dem ganzen Land in den Park gebracht werden, weil sie beispielsweise krank sind oder nicht artgerecht gehalten wurden. Keines der Haller-Park-Tiere wurde in freier Wildbahn gefangen, um dann unter Zoobedingungen gehalten zu werden.

Das Gelände erstreckt sich über viele Kilometer an der Küstenstrasse zwischen Mombasa und Nyali an der Nordküste Mombasas. Es enthält Erholungszonen, Naturpfade und Feuchtbiotope und ist von Bachläufen und Kanälen durchzogen. Die meisten Säugetiere, wie Giraffen, Antilopen, Buschböcke, Gazellen, Affen,Riesenschildkröten etc. bewegen sich frei innerhalb des weitläufigen Geländes und ernähren sich von der dortigen Vegetation. Besondere Attraktionen wie die Nilpferde, die eine bedeutende Rolle in der Gesundhaltung der Parkgewässer spielen, oder gefährliche Tiere werden in großzügig abgegrenzten Bereichen gehalten. Hinzu kommen eine große Anzahl Wald- und Wasservögel, Schmetterlinge und Kleinsäuger. Haller Park hat eine wichtige Funktion im kenianischen Schulwesen. Anlässlich von teilweise mehrtägigen Schulausflügen erfahren Kinder dort alles über den ökologischen Kreislauf. Während der täglichen Fütterungen können sie die Tiere anfassen, sie sogar selbst füttern. Es werden wunderbare Geschichten erzählt, wie Tiere im Park zusammenleben. Zum Beispiel die Geschichte von Owen, dem Nilpferd, das als Nilpferdbaby von Mzee, der Riesenschildkröte adoptiert wurde. Die beiden haben sogar ihr eigenes Owen and Mzee’s Web Log , das inzwischen nicht nur von der ungewöhnlichen Tierfreundschaft handelt, sondern über die Entwicklung des Parkes und der Tiere generell berichtet – schon alleine wegen der schönen Fotos einen Besuch wert. Oder auch die Liebesgeschichte zwischen Potty und Sally, dem Nilpferdpaar, das heute eine der Attraktionen des Parks ist und von denen wir viele Fotos gemacht haben.

An der täglichen Nachmittagsfütterung kann man in Begleitung eines Rangers teilnehmen. Sie führt mehrere Stunden quer durch den Park. Darüber hinaus könnte man ohne weiteres einen ganzen Tag auf dem Gelände verbringen. Selbst Kindern würde dabei nicht langweilig. Leider war zum Zeitpunkt unseres Besuches wegen des Tourismusrückgangs in Kenia alle Einrichtungen nur teilweise in Betrieb. Hätten wir gewusst, wie schön und spannend es im Haller Park ist, dessen nördliche Ausläufer bei unserem Hotel begannen, hätten wir einen ganzen Tag dort verbringen und dort Picknick machen können. Alle Einrichtungen dafür sind vorhanden. Ich selbst war sicher nicht zum letzten Mal im Park. Wenn man im Bereich Bamburi oder Nyali Urlaub macht, bietet sich in den heissen Mittagsstunden ein Spaziergang auf einem der nature trails oder forest trails geradezu an.

Auch Umweltschutz wird stark propagiert. Zur Zeit unseres Besuches war im Unterrichtszentrum ein Wal aufgehängt, der aus in der Küstenregion aufgesammelten Gummislippers und Metallteilen hergestellt wurde. Er soll unter anderem aufmerksam machen auf die Bedeutung der Meerwasserverschmutzung für das ökologische Gleichgewicht.

Der Park finanziert sich heute überwiegend durch die Anzucht von Tilapia Fischen, die in großen Betonbehältern gehalten werden und zum Teil als Setzlinge wiederverkauft werden. Die große Anzahl fischfressender Wasservögel stört die Betreiber nicht, sie wird sogar noch gefördert

Mzee, die über 100 Jahre alte Riesen-Schildkröte, kam uns schon vor dem Eingang zu dem Gelände entgegen. Rose – auch sie war während ihrer Schulzeit schon einmal im Haller Park – wusste, dass man auf der Schildkröte reiten darf. Und das taten wir erst einmal, ehe wir uns sputen mussten, um rechtzeitig die Giraffen zu füttern. LOL

Für große Bilder anklicken, für noch größere Bilder doppelt anklicken

*) Tausendfüssler werden als „heimliche Helden“ des Haller Parks bezeichnet (frei nacherzählt aus dem Weblog von Owen and Mzee:

Als Dr. Haller entdeckte, dass die bevorzugte Mahlzeit der rotbeinigen Tausendfüssler abgefallene Nadeln im naheliegenden Busch waren, siedelte er sie in den Steinbruch-Wäldern an. Es funktionierte – die Tausendfüßler ernähren sich von den abgestorbenen Nadeln der Casuarina Baumes, mit denen die Aufforstungen beginnen und ihre Ausscheidungen können viel leichter durch Bakterien aufgeschlossen werden als die harten Nadeln. Durch die Tausendfüssler beschleunigt sich die Geschwindigkeit des Prozesses der Humusbildung, so dass andere Arten den ehemals nackten Boden schneller besiedeln können. Mit Hilfe der Tausendfüßler wurde über einen Zeitraum von 30 Jahren eine Humusschicht von mehr als 10 cm gebildet.

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