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Festspiele: Norma 5.7.08

Juli 6, 2008

Als eine Vorstellung der besonderen Art entpuppte sich die gestrige Festspiel-Norma. Neben Edita Gruberova sang Elina Garanca die Rolle der Adalgisa in ihrem mit Spannung erwarteten Hausdebüt. In den weiteren Rollen sangen als Pollione Zoran Todorovich, als Flavio Markus Herzog und als
Oroveso Roberto Scandiuzzi.

Nach einem vielversprechenden ersten Akt wurde die Pause um mehr als eine Stunde verlängert, da laut Ansage „eine Sängerin“ einen Schwächeanfall erlitten habe und behandelt würde. Wie vermutet hatte es Frau Gruberova erwischt, kein Wunder bei der Hitze und ihrem Norma-Kostüm. Ihre Entscheidung, die Vorstellung zu Ende zu singen, wunderte mich nicht. Den Ausdruck „alter Haudegen“ will ich hier mal erwähnen, aber natürlich nicht anwenden. Ich halte sie jedenfalls für zäh und pflichtbewusst, und ich wünsche ihr und uns Musikfreunden natürlich sehr, dass dieses Weitersingen die richtige Entscheidung für ihre Gesundheit war.

Nach der langen Pause, die ein Ende der Vorstellung gegen Mitternacht erwarten liess, sang Edita Gruberova weiter, zunächst etwas zurückhaltend, das Duett mit Elina Garanca „Mira o Norma allerdings ohne hörbare Beeinträchtigung.

Danach habe ich die Vorstellung verlassen, denn meine eigene Entscheidung, mein Auto jotwehdeh stehen zu lassen, liess mich befürchten, dass ich möglicherweise nur mit längeren Verzögerungen nach Hause kommen würde. Mit der Gewissheit, eine Karte für die nächste Norma-Vorstellung zu haben, die dann hoffentlich regulär und mit Edita Gruberova ablaufen wird, fiel die Entscheidung leicht.

Mein unvollständiger Eindruck der Vorstellung reicht nicht aus, den Abend zu beurteilen. Festspielwürdig war Elina Garancas Adalgisa, deren Ausdruckstärke, Präzision, Klangvolumen und Klangfarbe mich zwar angesichts des Hörensagens nicht überraschte, aber trotzdem erfreute. Edita Gruberovas Norma kann ich nur im Ganzen angemessen kommentieren, da die Partie bekanntermassen für sie eine stimmliche Grenzpartie ist, deren gewichtiger darstellerischer Teil erst im zweiten Akt enthalten ist. Vielleicht irre ich mich, aber nach meinem Eindruck arbeitet sie häufig an „Casta Diva“, die für meine Ohren zunehmend besser wird. Da ist nichts mehr artifiziell, es klingt auch nicht mehr ganz so „rein“ – nicht weniger kunstvoll, aber „mit mehr Fleisch“ als bei den ersten Vorstellungen der Inszenierung. Gefällt mir sehr gut.
Das Orchester unter Stefan Reck spielte nicht sonderlich inspiriert, störte aber auch nicht.

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