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They call it BLUE MOONING

Mai 22, 2008

„We call it „blue mooning“, schrieb mir ein Freund, dem ich von dem unverhofften Zusatzjob erzählte, den ich vor ein paar Wochen gekriegt habe. Den Ausdruck kannte ich nicht und er passte viel besser zu der freudigen Stimmung, in der ich damals war (und noch immer bin). Klingt auch viel besser als „sie kam zu dem Job wie die Jungfrau zum Kind“ oder ähnliche Sprüche.

Wie bei so vielen angestellten Arbeitnehmern ist auch bei mir der oftbeschriebene wirtschaftliche Aufschwung nicht so richtig angekommen. Weder gab es eine spürbare Gehaltserhöhung, noch eine Senkung der Steuern und Abgaben. Ganz im Gegenteil, wo ich früher Kirschen zu sieben Mark das Kilo ohne mit der Wimper zu zucken eintütete, wenn ich Lust auf Kirschen hatte, vertröste ich heute meinen inneren Lustmolch auf die Kirschen im Garten, die dann auch noch „Fleischeinlage“ haben. Das gleiche gilt für Erdbeeren, die ich gestern zu 4 Euro das Pfund (es ist schon Saison) gesehen und schnell weggeschaut habe. Ganz zu schweigen von den obszönen Preisen für Heizöl und Benzin, bei denen man leider nicht wegschauen kann, wenn man im Winter nicht frieren oder nicht zu Fuss gehen will.

Durch meinen festen 75-Prozent-Job hatte ich im Unterschied zu den meisten Arbeitnehmern eine zeitliche (Arbeitszeit)-Reserve und habe einfach mal das versucht, was papiermäßig und nach verbreiteter Ansicht von Arbeitsmarktexperten aussichtslos erscheint. Eine kleine Anzeige in einem lokalen Anzeigenblatt brachte mir zwar einige der üblichen Anrufe ein, die schnelles Geld (für den Anrufer vermutlich) ausserhalb meines beruflichen Tätigkeitsfeldes versprachen. Ich erhielt aber auch zwei seriöse Antworten, die exakt die Leistung suchten, die ich anzubieten hatte. Nach mehreren Zusammentreffen und dem Ausloten der gegenseitigen Arbeitsweise ist es nun zur Zusammenarbeit mit einer Firma gekommen, die über das ursprünglich von beiden Seiten Geplante hinausgehen wird. Man glaube, die Firma könne von meiner Berufserfahrung profitieren, sagte man mir. Ich hoffe, ich kann die Erwartungen erfüllen. Jedenfalls bin ich gerade so zufrieden mit mir selbst wie lange nicht.

Zwar hatte ich in meiner langen Beruftätigkeit nie Probleme, den Job zu wechseln, wenn ich das wollte, allerdings nagt der Zahn der Zeit natürlich auch an mir, wenn auch nur rein äusserlich, so daß ich ganz hinten in meinem Kopf schon leichte Zweifel hatte, ob jemand mir einen neuen Job anvertrauen würde. Ohne arrogant sein zu wollen – denn ich bin tief dankbar, dass es gelungen ist -, es ist NICHT NUR eine Frage des Alters.

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