Skip to content

Kulturstress: Ich kriege die Bakchen nicht gebacken

Mai 19, 2008

Vor der heutigen Premiere von Hans Werner Henzes Die Bassariden bin ich noch etwas ratlos. Ich habe zwar versucht, mich zumindest marginal vorzubereiten. Es ist schwer, wenn man chemisch rein ist, was die Werke griechischer Philosophen betrifft. Die Homepage der Staatsoper unterstützt den Wissendurst zwar bis zu einem gewissen Grad, und die Handlung oder der Stoff ist mir inzwischen auch klar, einen richtigen Zugang habe ich aber noch nicht. Ich gebe zu, ich bin noch etwas verunsichert, denn auch musikalisch wird die Sache wahrscheinlich eine Herausforderung werden. Und man kann noch nicht mal fliehen, denn Pause ist nicht vorgesehen.

Erhellung kommt hoffentlich noch von Euripides Urstoff Die Bakchen, die ich nachher in der S-Bahn fertig lesen werde. Apropos „Urstoff“ – wussten Sie, daß Bacchus als Gott des Weines gilt, er seinen legendären Ruf allerdings göttlichen Bierräuschen verdankt? Diese Erkenntnis wenigstens bleibt mir von meinen Recherchen zu Die Bassariden. Vorläufig wenigstens.

Advertisements
3 Kommentare leave one →
  1. Mai 19, 2008 22:59

    Trinke Bier und geniesse. Das ist Philosphie genug. lg

  2. Mai 19, 2008 23:46

    So gesehen hätte ich mir die Plagerei heute abend ja sparen können. LOL

  3. Mai 20, 2008 10:26

    Ein paar Eindrücke des Premierenabends füge ich als Kommentar an. Einen eigenen Artikel traue ich mir mangels Kompetenz dann doch nicht zu.

    Beeindruckend fing der Abend an, als der alte Herr Hans Werner Henze in einer der Proszeniumlogen Platz nahm und mit großem Applaus empfangen wurde. Beeindruckend ging der Abend weiter. Christof Loy gelang es mit seiner Inszenierung in einem bestechend einfach-klaren Bühnenbild von Johannes Leiacker sogar mich zweieinhalb Stunden zu fesseln. Dazu beigetragen haben die glänzend agierenden Sänger, allen voran Michael Volle, Nikolai Schukoff und Reiner Goldberg, von denen ich keinen hervorheben möchte. Ausgezeichnet auch Sami Lutinnen und Christian Rieger. Gabriele Schnaut war mit einer darstellerischen Glanzleistung als Agaue vertreten; Gleiches gilt für Eir Inderhaug in der Rolle der Autonoe. Müsste ich eine Rangliste vorlegen, würde ich Hanna Schwarz als Beroe hervorheben; bei ihr hielten sich stimmliche und darstellerische Präsenz die Waage. Den Chören kommt in diesem Werk die gleiche Bedeutung wie den Solisten zu und das nicht nur, weil sie so viel zu singen haben. Das allerdings haben sie hervorragend, dabei wurde perfekt artikuliert und sie waren glänzend vorbereitet. Darstellerisch und in ihren Kostümen erinnerten sie mich an “Roberto Devereux”, nur trugen sie heute Grau statt Blau. „Aufreger“ hat die spannende, fast konservativ anmutende Inszenierung nicht zu bieten. Ein paar biedere Chorsänger(innen) entledigen sich ihrer grauen Kleider und zeigen ebenso biedere Unterwäsche. Regelrecht schockierend fand ich die Szene, in der Agaue den abgeschlagenen Kopf Pentheus unter ihrem Rock wie einen hochschwangeren Bauch trägt. Das war grandios und auch grandios gespielt von Gabriele Schnaut.

    Mir selbst ist der dramaturgische Ablauf des Stückes einigermassen klar geworden, ganz verstanden habe ich es allerdings nicht, glaube ich. Da muss ich doch noch etwas nacharbeiten.

    Beeindruckend ging der Abend auch zu Ende, als während des Schlussapplauses das ganze Haus dem Komponisten in seiner Loge Bewunderung und Anerkennung zollte.

    Ich bin mal gespannt, was die professionellen Kritiker zu sagen haben werde n. Ich fand den Abend sehr gelungen, szenisch wie musikalisch. Obwohl mir manchmal fast die Ohren abgefallen wären ob der Lautstärke, aber die musste wohl so sein wie sie war. Unter den Augen von Kent Nagano, der Herrn Henze begleitete, dirigierte Marc Albrecht das Bayerische Staatsorchester in Mammutbesetzung. Soweit ich das beurteilen kann, überaus souverän und auch überaus feinfühlig.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: