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Zitschilia, Zitschilia

April 21, 2008

An Reiselektüre zur Überbrückung von Wartezeiten oder Vertreibung etwaiger Langeweile hatte ich auch gedacht.

An Ralph Giordanos Buch Sizilien, Sizilien – Eine Heimkehr wird man Freude haben, wenn man sich für das Land, seine Besonderheiten und die seiner Menschen interessiert. Enthält der Band auch manch überflüssig Sentimentales, so bietet er eine Fülle von Informationen, Anregungen und Stimmungen, die selbst ein Reiseführer der besseren Kategorie nicht bieten kann. Der Titel dieses Beitrags stammt aus Giordanos Buch. So hatte sein Großvater die Heimat genannt und so hat der Enkel den Namen der Heimat lautmalerisch in Erinnerung.

Ähnliches gilt für das Insel-Taschenbüchlein von Franziska Wolffheim Sizilien – Porträt einer Insel. Es enthält kleine Geschichten über bemerkenswerte Menschen der Insel und deren Aktionen in ihrem Umfeld, so beispielsweise über Maria Grammatico, Bäckerin oder besser Pasta-di-mandorla-Künstlerin aus Erice, die ich letztes Jahr selbst kennenlernen konnte. Insofern stimmt der Titel nicht ganz, denn portätiert wird weniger die Insel als ein paar ihrer Menschen. Was die Leseempfehlung allerdings keineswegs einschränkt.

Der sizilianische Commissario Montalbano aus dem fiktiven Vigatà begleitet mein Leben als Krimileserin schon seit ihn sein Erzeuger Andrea Camilleri erfunden hat. Die Fernsehserie habe ich während meiner Italienzeit nie verpasst und dieses Mal habe ich den zuletzt als Taschenbuch erschienenen Band Die Passion des stillen Rächers mitgenommen und schnell ausgelesen. Die Geschichte ist unterhaltsam und spannend wie immer, wenn auch (wie immer) schnell klar war, was dahinter steckte. Einer der etwas schwächeren Romane der Reihe, wie ich meine. Übrigens bin ich überzeugt, dass es Vigàta irgendwo gibt und auch Montelusa und irgendwann werde ich es auch finden, vielleicht sogar die Trattoria San Calogero … Den Anflug einer Idee habe ich und Hinweise gibt es ja auch mehr als genug.

Ich würde mich gerne einmal an einen Originalroman von Leonardo Sciascia trauen, von dem ich Auszüge im Rahmen des Italienischunterrichtes lesen musste und den ich immer schwer zu lesen fand. Jetzt habe ich mir mal Mein Sizilien, einen Aufsatzband, angeschafft, erschienen bei Wagenbach, aber aus lauter Respekt noch nicht begonnen. Ich hoffe, die Furcht legt sich noch.

Mit im Gepäck hatte ich Ich wollte Hosen von Lara Cardella im italienischen Original, ein vor fast zwanzig Jahren geschriebenes Buch, das sich für die damalige Zeit zu unverblümt mit dem Los von Frauen in der sizilianischen Gesellschaft auseinandersetzte. Seither hat sich zwar vieles gewandelt, aber denkbar sind solche Schicksale noch immer. Und so weit weg ist Sizilien auch wieder nicht.

Dies war mein letzter Einkauf bei Amazon, deren schneller Lieferservice zwar nach wie vor gilt. Ist aber im Fall einer Reklamation der Customerservice gefordert, dann schaut es zappenduster aus. Dümmlich aufgeblasene stereotype Antworten auf meine e-mails haben zwar letzten Endes zu einem Gutschein geführt, um den es mir aber gar nicht ging und den ich deswegen auch nicht angenommen habe, weil meine Verärgerung bereits zu gross war. Mir ging es um eine faire Erledigung einer wie ich meine berechtigen Reklamation, auf die man mit Inkompetenz reagierte.

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