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Are you kidding?

März 7, 2008

Als ich heute morgen im Standard las, dass die USA die Inkraftsetzung des sogenannten „Power-Sharing Abkommens“ in Kenia mit 25 Millionen US Dollar unterstützen wollen, wusste ich nicht, ob ich den Kopf schütteln sollte ob des zwar absehbaren aber doch immer wieder überraschenden Unverstandes der Bush-Regierung oder einfach nur die Achseln zucken, weil’s doch ja nur wie immer ist. Die Einsetzung von ca. 40 Ministern und geschätzt nochmal doppelt so vielen Hilfsministern ist teuer, aber Condy wurde im State House Nairobi schliesslich nicht umsonst empfangen. Hat eben alles seinen Preis. Und nach dem Haufen Arbeit der ersten drei Monate ist demnächst sicher auch eine Diätenerhöhung der Abgeordneten dringend erforderlich. Wann mussten die armen Kerle schon mal ständig im Parlament Gesetze machen? Das Schulgeld für die kenianischen Kinder sparen sich derweil deren Eltern, die Guardians oder ein paar ausländische Idioten vom Mund ab.

Abitur – Are you kidding?
Nach den missglückten Testdurchläufen für das kenianische Abitur hat Rose zu meiner Überraschung doch noch ein fabelhaftes Ergebnis hingelegt. Sie hat mit einem B- abgeschlossen und bewiesen, dass sie gut gearbeitet hat und in der Lage ist, selbst unter Druck noch etwas nachzulegen. Ihr Ergebnis berechtigt sie theoretisch zu einem Universitätsstudium, praktisch hat sie jedoch keine Chancen, da nur für einen Bruchteil der qualifizierten Abiturienten ein Studienplatz an einer staatlichen Universität vorhanden ist. Das ist auch der Grund dafür, dass das Mädchen sehr unglücklich über ihr Ergebnis war, denn insgeheim hatte sie sich eine bessere Note erhofft, die ihr ein staatliches Stipendium gebracht hätte. Ein Studium als sog. „self sponsored student“ ist aufgrund der hohen Studiengebühren von etwa 3000 Euro pro Jahr (Beispiel Bachelor in Nursing!) ohne Unterbringung quasi ausgeschlossen. Das Ausbildungssystem in Kenia lasse ich mal ganz aussen vor. Es gibt dort keinen Beruf, für den man kein Universitätsstudium brauchen kann. Etwas wie beispielsweise unser bewährtes duales Ausbildungssystem ist dort unbekannt.

Rose wird aufgrund unserer beschränkten finanziellen Möglichkeiten also auf ein College gehen, und in diesem Stadium befinden wir uns gerade. Dass der Berufswunsch noch etwas diffus ist, darf angesichts der buchstäblichen Einkerkerung kenianischer Jugendlicher in ihren Schulen nicht verwundern. Rose beispielsweise schwankt zwischen Business Administration und einem Degree in Nursing. Bei der Entscheidung kann ich ihr nun wirklich nicht helfen, obwohl sie im Augenblick nicht nur meinen Rat fordert, sondern auch meine Anwesenheit vor Ort. Aber da muss sie selbst durch.

Auch ein weiteres meiner Patenmädchen hat die Prüfung abgelegt. Über das Ergebnis könnte man zwar einen Verschwindezauber legen, allerdings entsprach es den Erwartungen. Dabeisein ist ja auch schon etwas, in Kenia zumindest. Leider hat sie sich bisher weder bei mir noch bei ihren Kolleginnen wieder gemeldet, obwohl auch sie dringend einen EDV-Kurs machen wollte. Ich hoffe, sie ist ok.

Auch zwei Boy House Jungs haben die Prüfung abgelegt, einer ebenfalls auf einem mäßigen Niveau, der andere hat sich bei seiner Prüfung immerhin etwas steigern können. Mal sehen, wann sie sich mal wieder melden.

Nachwuchs – Are you kidding?
Gute Vorsätze sind gute Vorsätze sind gute Vorsätze. Das nächste Geschwisterkind hat seine Grundschulprüfung abgelegt und möchte in die secondary school. Wenigstens haben sie mich dieses Mal vorher gefragt und das Mädchen nicht einfach in den Bus nach Nairobi gesetzt. Keine Ahnung, wie die Sache ausgehen wird und ob es gelingen wird, das Mädchen in seiner Heimat in eine Schule zu bringen.

Dan in Dubai – Are you kidding?
Das hätte ich vor zwei Jahren vielleicht gefragt. Nun ist Dan tatsächlich mit seiner Klasse des Aviation College für ein paar Tage nach Dubai geflogen. Die Reise zum dortigen Flugzentrum mit seinen technischen Möglichkeiten gehört zum Ausbildungsgang Aviation Engineering und seine amerikanischen Sponsoren haben ihm die Teilnahme an der Reise ermöglicht. Bei unserem Telefonat kurz vor der Abreise war er schon sehr aufgeregt und ich bin auch schon gespannt, was er bei seiner Rückkehr zu berichten weiss. Eine Tellerwäscherkarriere wird Dan wahrscheinlich nicht machen, dazu ist er zu anständig, aber er kann es wirklich zu etwas bringen.

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