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Öffentlicher Personen Verkehr

März 4, 2008

Eigentlich fahre ich ja gerne Zug, vor allem mit den Schnellen, auch wenn sich nicht allzu oft die Gelegenheit bietet. Ganz instinktmäßig habe ich bisher Wochenendfahrten vermieden. Dieses Wochenende war es unvermeidlich und so kam ich endlich auch mal in den Genuss eines überfüllten Sonntagnachmittag-ICE. Dank Reservierung war mir wenigstens ein Sitzplatz zugewiesen worden. Dem ich nicht entrinnen konnte. No way.

Lernt man eigentlich noch irgendwann wie man isst und wie man trinkt? Dass man in der Öffentlichkeit tunlichst nicht nasepopelt und dann den Fingernagel abschleckt? Dass Rülpsen zwar gut tut, aber weniger gut kommt, wenn man ein Gegenüber hat? Mein Spähgang durch den Zug endete im bierdunstdampfenden Bordbistro, wo die Kommunikation mit dem Kioskman ob des Lärmpegels mittels Handzeichen erfolgte. Eine Flucht war also wegen Überfüllung ausgeschlossen. Ich zog zwar die Flucht durch Einschlagen des Fensters kurzzeitig in Erwägung, entschied mich dann aber doch dafür, mich auf meinem Platz so klein wie möglich und die Augen zuzumachen, bis sich endlich in Nürnberg die Reihen etwas lichteten.

Nun weiss ich auch, warum die Bahn Hochgeschwindigkeitstrassen baut. Das Zug-Leiden muss verkürzt werden, koste es was es wolle. Länger als ein paar Stunden ist es im vollen Zug nicht auszuhalten. Reist man mit einem Tchibo-Ticket, kann man sich mit dem günstigen Preis trösten, zum doppelten Preis bleibt nur Ärger. Und eigentlich sollte man nach viereinhalb Stunden bei der Ankunft eine Durchhalteprämie bekommen.

Eine Art Durchhalteprämie erwartete mich nach meinem Wochenendausflug dann zuhause tatsächlich. Sturm Emma hatte mein Flehen erhört und die Dachziegeln dieses Mal dort gelassen wo sie hingehören und nur die südafrikanischen Emailhühner von der Treppe geweht.

Und auch die bayerische Staatsoper tat ihr Bestes und hat mir die vorsorglich schriftlich bestellten Karten für die Festspiele zugeteilt und zwar nahezu alle Wunschkarten. Dabei hatte ich mich doch dann doch zum Anstehen entschlossen und brauche diese Karten eigentlich gar nicht mehr! Mit Ausnahme des Idomeneo, der mir beim Ansteh-Vorverkauf schon zu teuer war und den ich (natürlich) auf schriftliche Bestellung ebenfalls nicht gekriegt habe, kann ich jetzt zweimal in Norma, zweimal in Werther, zweimal in Meistersinger; für die Premiere von Dr. Faustus gibt es zwei Karten und ich weiss nicht, für was noch alles. Zweimal ins Festspielkonzert kann ich nicht gehen, weil es nur einmal stattfindet. Dafür hat man das Programm des Festspielkonzertes geändert. Das ursprünglich vorgesehene Programm „Vier letzte Lieder“, gesungen von Anja Harteros und die Alpensymphonie unter Nagano entfällt bzw. die Lieder werden Programmteil des Festspielkonzertes Oper für alle, wobei die „Lieder“ meiner Meinung nach überhaupt nicht für eine Freiluftveranstaltung geeignet sind und die Ives-Symphonie erst recht nicht. Aber bitte, solange es BMW gefällt. Dafür gelten meine beiden Karten nun für das Festspiel-GALAKONZERT, bei dem Karita Mattila und Thomas Hampson singen werden, was man sich nicht entgehen lassen sollte, obwohl ja so ein zusammengewürfeltes Programm auch seine Gefahren birgt. Aber wann kann man schon mal Karita Mattila in unseren Breiten hören. Sieht so aus, als würde mir im Juli noch weniger langweilig als sonst.

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