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Welcome back, my dear friend

Januar 26, 2008
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Langsam wird es Zeit, die Hemmung zum Briefeschreiben zu überwinden, die ich seit der Wahl in Kenia und den sich anschliessenden furchtbaren Ereignissen habe.

Inzwischen weiss ich, dass alle meine Patenkinder und auch die verbliebenen neun Boyhouse-Jungs sich in den Schulen zurückgemeldet haben. Gleich fünf von ihnen werden in diesem Jahr ihre Abschlussprüfung in der Secondary School ablegen. Sie haben schlechte Karten, wenn nicht bald eine politische Lösung gefunden wird für die traurige Lage in ihrem Land. =>

Auch Rose ist diese Woche in Nairobi angekommen und wird ihren Computerkurs fortsetzen. Sie war die letzte von drei Geschwistern, die in ihrem Dorf in der Nähe von Kisumu festsassen und nicht rechtzeitig nach Nairobi zurückkehren konnten. Die drei trennten sich – zuerst fuhr Dan, der Älteste, er wollte möglichst frühzeitig wieder an das Aviation College zurück. Dann folgte der kleine Bruder William, Klasse 10, der am letzten Dienstag in seiner Schule eintraf. Zuhause waren sie sicher, denn die Unruhen erreichten das abgelegene Dorf nicht, sagte mir Rose am Telefon. Nur von Gladys haben wir bisher keine Nachricht, vielleicht ist sie in ihrem Dorf bei Embu und wartet dort auf ihr Prüfungsergebnis. Rose sorgt sich um Gladys und wird nach ihrem Verbleib forschen.

Vor einigen Tagen erreichte mich ein Brief von Esther, den sie im November schrieb kurz bevor sie ihre Grundschulabschlussprüfung ablegte. Der Brief ging zunächst ein bisschen unter in der Fülle der Patenkinderpost, sah aus wie ein normaler Lieber-Sponsor-Danke-Brief, den die Kinder schreiben. Als ich ihn dieser Tage genau las, um ihn zu beantworten, hat er mich tief gerührt. Es ist eine Art Rückblick auf die Zeit seit wir uns kennen, nämlich seit sie in die dritte Klasse ging.

I have been your friend for all those years […]

Und es ist ein Abschiedsbrief, denn offenbar wusste Esther zu der Zeit nicht, ob sie weiterhin zur Schule gehen könnte.

As I leave primary school now, wherever I will go and whatever I will be doing I will remember you and Kwa Watoto School[…]

Nun sind aber die Prüfungsergebnisse da und sie reichen gut aus, um die 9. Klasse von St. Mathew Secondary School zu beginnen. Ich vermute allerdings sehr, dass das Mädchen befürchtete, die Eltern würden einen weiteren Schulbesuch nicht erlauben, was aber jetzt geklärt scheint. Bleibt mir zu hoffen, dass Esther die vier Jahre Secondary School durchhalten wird, und ich freue mich sehr darüber, sie weiterhin unterstützen zu können. Sie ist das Mädchen, dem ich letztes Jahr auf ihren Wunsch versuchte, die Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert zu erklären, was zu einer Fleissarbeit ausartete, für die ich zwar gelobt wurde, allerdings auch ein „I didn’t understand many things“ erntete.

Welcome back, my dear friend Esther.

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One Comment leave one →
  1. Olli permalink
    Januar 27, 2008 00:58

    Gott sei es gedankt.

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