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Norahs Geschenk

Dezember 13, 2007

17 -> 60
35 -> 44
9 -> 24
16 -> 25
33 -> 35
13 -> 18
28 -> 21
37 -> 51
22 -> 44
22 -> 34
26 -> 30

Mit dieser Zahlenreihe kann man zwar keinen zukünftigen Lotto-Jackpot knacken, aber sie könnte trotzdem ein Schlüssel zu zukünftigem Wohlstand sein. Das sind nämlich Norahs Schulnoten ihrer derzeit zehn Fächer im Vergleich von term 2 und term 3.

Zu Norahs Schulpatenschaft kam ich wie die Jungfrau zum Kind. Erst dachte ich „vielleicht, aber eigentlich nicht möglich“, dann habe ich sie mehr oder weniger vergessen, plötzlich hat sie sich unüberhörbar gemeldet und nun ist sie da.

Norah ist 16 Jahre alt und recht viel mehr hat sie mir auch nicht erzählt, als sie mir am 10. Juni 2007 frühmorgens um sieben Uhr in Nairobi vorgestellt wurde. Sie war schüchtern und müde, mit dem Nachtbus gerade von weit her angekommen und suchte Unterschlupf bei ihrer Schwester. Ihr Ziel war der Besuch einer weiterführenden Schule. Die Grundschule in der Eastern Province hatte síe Ende des vergangenen Jahres mit gutem Erfolg abgeschlossen. Dass ich die Patenschaft nicht übernehmen wollte lag nicht daran, dass man mich zu nachtschlafener Zeit aufgeweckt hatte; aufgrund des armen familiären Hintergrunds und der aktuellen Fakten war mir klar, dass Schulgebühren und Schulmaterial in dem Fall nicht genug sein würden, und eine weitere volle Patenschaft konnte ich mir zu den bereits bestehenden und den Boyhouse-Jungs einfach nicht leisten. Nichtsdestoweniger nahm sie der Schuldirektor in der St. Mathew Secondary School auf. Ich schob die Angelegenheit beiseite; sie war für mich erledigt.

Nach einiger Zeit erhielt ich mit der regulären Patenpost einen Brief von Norah, in dem sie ihre Freude darüber ausdrückte, eine Patin gefunden zu haben. Sie berichtete ausführlich über ihre familiären Verhältnisse, über die Not, die oft zuhause herrscht (ihre Mutter ist alleine erziehend und es gibt fünf weitere Kinder). Drei ältere Geschwister konnten keine Schule besuchen; Norah ist ein mittleres Kind der Familie und sie sorgt sich auch um ihre nachkommenden jüngeren Geschwister. Sie schrieb auch darüber, wie sehr sie sich anstrengen wird und was sie tun wird, um gute Leistungen in der Schule zu erzielen. Nun hatte ich also ein weiteres Schulpatenkind.

Naturgemäß waren Norahs Leistungen nach dem zweiten term Anfang August nicht sehr gut, denn sie hatte das gesamte erste Trimester und einen Teil des zweiten versäumt. Ausserdem kam sie in ein völlig fremdes Umfeld. Trotzdem glaubte ich zu erkennen, dass sie Potential hat, soweit man das überhaupt vom Papier erkennen kann.

Meine Freude war einfach riesig, als ich jetzt ihr Jahreszeugnis sah: Verbesserungen, teilweise signifikante Leistungssteigerungen, und zwar in allen Fächern. Sie ist noch immer im hinteren Drittel ihres Jahrgangs und ob sie es je in bessere Ränge schaffen wird, kann man schlecht vorhersagen, denn das Gesamtniveau der St. Mathew Secondary hat sich doch im letzten Jahr erstaunlich gesteigert. Die Konkurrenz ist daher gross. Andererseits ist der Wettbewerb auch ein Ansporn. Neben dem grossen Sprung in Englisch freut mich so sehr Norahs Leistungssteigerung in den naturwissenschaftlichen Fächern, zu denen ich ihr in meinem ersten Brief eine klare Ansage gemacht hatte: Kneifen in Mathe gilt für Mädchen nicht! (Edit: Sagt eine, die gerade mal bis 10 zählen kann, denn es sind 11 Fächer, wie mir gerade mitgeteilt wurde 😀 )

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