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Das Beste an Augsburg

September 9, 2007

Züge von Augsburg nach München gibt es haufenweise, in umgekehrte Richtung ebenfalls. Und mir fiel bei der Frage nach dem Besten an Augsburg bis gestern tatsächlich auch der blöde Spruch vom Zug nach München ein. Seit Jahren wollte ich schon gerne mal nach Augsburg; irgendwie kam immer etwas dazwischen. Manchmal muss man sich gar nicht entscheiden. Das macht dann das Leben. Oder eine Zugbekanntschaft.

Wer Oberbürgermeisterin im konservativen Augsburg werden will und noch dazu einer kleinen Partei ohne Fraktionsstatus im Rathaus angehört, kann sich eine musikalische Karriere – sei sie auch nur nebenberuflich – nicht leisten, muss sich quasi fürs Amt von der Kultur verabschieden. Man könnte auch sagen, muss ihre Kräfte bündeln, damit überhaupt eine Chance auf das Amt besteht. Heute nun gab Frau Kranzfelder-Poth eine Abschiedsmatinée, in ihrem eigenen stilvollen „Cultursalon“, mit einem wirklich starken Chansonprogramm. Die Frau ist ein Kraftbündel, und ohne sie wirklich näher zu kennen, traue ich ihr einiges zu.

Nach Augsburg reiste ich übrigens schon frühmorgens mit dem Nahverkehrszug und bin nach der Matinée noch geblieben. Die Stadt ist wunderschön mit den herrlich restaurierten Bürgerhäusern den Baudenkmälern wie Rathaus, Dom, Schaezlerpalais, St. Afra und Ulrich, das Theater, das Zeughaus, die Stadtmauern und Ausgrabungen. Ich besuchte den Goldenen Saal im Rathaus, der einen in seiner Pracht fast erschlägt und den Dom, der aus zwei ineinandergebauten Kirchen besteht, einer romanischen und einer neugotischen. Beim Bummel über die Maximilianstrasse und den Moritzplatz zogen die wunderschönen Brunnen meine Aufmerksamkeit auf sich. Zu mehr reichte es gestern leider nicht. Eine ausgedehnte Kaffeepause machte ich in einem Café am Moritzplatz, wo man Millirahmstrudel servierte comme il faut.

Kulturell wird einiges geboten, schliesslich hat die Stadt bedeutende Bürger hervorgebracht. Im Pausengespräch erfährt man schnell, dass der Mozart (Amadé) ja eigentlich Augsburger Bürger war, da das Bürgerrecht seines Vaters auch für den Sohn gilt. Nicht auszudenken, wenn der Leopold nicht so ein ehrgeiziger Musikvater gewesen wäre oder Augsburg einen Fürsten oder Bischof mit Musik-Ambitionen gehabt hätte; dann wäre Salzburg heute musikalisch-touristisch ziemlich unbedeutend. Anlässlich des Jahrtages hat die Stadt es wenigstens zu einem Mozarthaus gebracht. Und sogar Bertold Brecht zollt man mit seinem Geburtshaus Anerkennung.

Augsburg scheint mir auch eine attraktive Einkaufsstadt zu sein. Mein letzter Besuch war es sicher nicht, zumal es fast vor meiner Haustür liegt. Manchmal sieht man eben die Juwelen vor seiner Nase nicht oder erst wenn man fast drüberstolpert. Da ich mal wieder ohne Kamera unterwegs war, gibt es leider keine Bilder.

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