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Norma 11. Juli 2007

Juli 12, 2007

Meinen erster Festspiel-Marathon, 3 Vorstellungen in 4 Tagen, habe ich überstanden. Was gibt es zu berichten über die gestrige Festspiel-Norma? Ensemble und Dirígent waren identisch mit der Anfangs des Jahres besuchten Vorstellung. Trotzdem, vielleicht auch deshalb, war vieles anders und das betrifft nicht nur die herausgeputzten Damen und Herren Zuschauer aus aller Herren Länder.

Der Anfang war wie schon im Januar etwas zweideutig; Dirigent, Musiker und Sänger konnten sich nicht recht über die Tempi einigen. Warum man Stefan Anton Reck die Norma anvertraut hat, ist mir nicht so recht klar. Vielleicht nahm man an, dass eine lange Tätigkeit in Palermo automatisch Auswirkungen auf die Qualität der Arbeit am italienischen Repertoire hat. Könnte ja immerhin sein. Gestern Abend jedenfalls störte er den weiteren Verlauf des Abends nicht weiter. Auffallend war, dass das Orchester deutlich leiser und differenzierter spielte als im Januar; man könnte das wohlwollend dem Abenddirigenten zuschreiben oder auch der intensiven Arbeit mit dem neuen GMD.

Das Leistung des Ensembles war durchweg ansprechend, obwohl ich frühere leichte Vorbehalte nicht aufheben möchte. Todorovich am Ende in Siegerpose, aber bitte, wenn er es braucht. Besonders berührend fand ich wiederum die Duette und Szenen zwischen Carmen Oprisanu als Adalgisa und Norma.

Edita Gruberova scheint an ihrer Norma gearbeitet zu haben. Ihr „Casta Diva“ lasse ich mal so stehen, das ist einfach Geschmacksache. Allzu artifizielle Verzierungen fehlten gestern völlig, auch das messa di voce wurde sparsam eingesetzt und nicht übertrieben. Sie hat an der Darstellung der Figur gearbeitet und dafür etwas Klangschönheit geopfert. Am besten finde ich sie ab der Szene mit den Kindern bis zum Ende, wenn ihr „Son io“ und die nachfolgende, endlos erscheinende Generalpause einen die Luft anhalten lässt und später, wenn sie den Vater um Vergebung bittet. Sie verkörpert eine ganz eigene Norma, die ihre ist und keine andere und die mich sehr einnimmt.

Ovationen für die Sänger, vor allem für Edita Gruberova und freundlicher Applaus für Orchester und Dirigent.

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