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Alcina

Juli 10, 2007

Ein hinreissendes Ensemble, ein überzeugendes Regiekonzept, immer wieder begeistertes Publikum und ausverkaufte Vorstellungen sind nicht genug. Alcina, Händels Zauberoper mit modernem Sujet war nur zwei Lebensjahre beschieden. Die nächste Vorstellung während dieser Festspiele wird auch die letzte sein.

Mehr zufällig habe ich mir im Januar eine Karte gekauft, und so kam ich gestern nochmals in den Genuss. Das enthusiastische Publikum war wie bereits bei der ersten Vorstellung vollkommen aus dem Häuschen und demonstrierte der Opernleitung durch sein Getrampel, wie wenig Zustimmung die Absetzung des Stückes findet. Nach der Vorstellung hörte ich im Gartensaal, man wolle angeblich das gesamte Barockprogramm eliminieren. Das wäre ein Schlag ins Gesicht der Freunde der Barockmusik, die in den vergangenen Jahren die Oper mit Leben erfüllt und vor allem das Durchschnittsalter der Besucher gesenkt haben und ein nachträglicher Fußtritt für Sir Peter. Gurkeninszenierungen wie beispielsweise Rigoletto, Forza etc. werden wir dafür vermutlich jahrzehntelang ertragen müssen. Und das erwartete Revival der sogenannten Hausgötter wird sich auch nicht innerhalb einer oder zwei Saisonen verwirklichen lassen. Ein Armutszeichen für die neuen Besen, deren Eitelkeit offenbar Einsicht und Anerkennung nicht zulässt, dass vor ihnen in München schon Musik war und nach ihnen vermutlich noch sein wird, falls der Herr Minister nichts Gegenteiliges beschliessen lässt.

Ich glaube zwar kürzlich eine Äusserung Anja Harteros‘ gelesen zu haben, sie wolle die Alcina nicht mehr singen, was bei ihrem grossen Repertoire verständlich wäre. Das übrige Ensemble, oder besser die Dauergäste dieser Inszenierung Vesselina Kasarova, Veronica Cangemi, Sonia Prina und alle anderen, sind ihr absolut ebenbürtig, und gute Sopranistinnen für die Rolle der Alcina sind so selten nun wieder nicht, selbst wenn es sich bei Anja Harteros um eine Ausnahmesängerin handelt. Vesselina hat sich gestern übrigens den Fuss verstaucht beim vollen Körpereinsatz auf der Bühne, deshalb kam Anja Harteros alleine zur Signierstunde in den Gartensaal. Hoffentlich bessert sich die Verletzung bis übermorgen. Es wäre schade, wenn sie bei der letzten Vorstellung nur eingeschränkt agieren könnte.

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