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Ein Berg für ein paar Tage

April 26, 2007

In der Tat. Der Mezzogiorno fängt gleich hinter Freising an. Den sich bereits im Warteraum ergebenen Kontakten verdanke ich einen sehr kurzweiligen Flug, der fast zu schnell mit dem Ansehen von Familienfotos verging und dem nette Verabschiedungen nach dem Gepäckeinsammeln in Palermo folgten.

Erwartungsvoll machte ich mich etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang auf den Weg Richtung Westen. Ich nahm ausnahmsweise die Autobahn, weil ich möglichst vor der Dunkelheit in Erice ankommen wollte. Die Strasse führt eine lange Strecke am Wasser entlang, und ich kam bereits in den Genuß eines wunderschönen Sonnenunterganges. Nach etwa einer Stunde näherte ich mich Trapani, rechts von mir wie ein Zuckerhut im Dämmerlicht ein felsiges Gebirge, oben hell beleuchtet. Lieber Gott, laß mich nicht dort rauffahren müssen! Mein Stoßgebet half nicht. Der Herr kannte keine Gnade. Erice ist ein Bergdorf, das wusste ich wohl. Aber muss es gleich unter den Wolken sein? Wie ich später erfuhr, heisst der 751 m hohe Berg auch „La Montagna del Signore“.

Das Hotel liegt unterhalb des mittelalterlichen Städtchens, ist zwar etwas heruntergekommen, besitzt dennoch einen gewissen Charme aus der Mitte der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Kostenloses Internet ist entgegen der hrs-Ansage Fehlanzeige und noch nicht mal gegen Bezahlung möglich, macht aber nichts und passt zum Zeitalter. Allerdings war mein Zimmer immer picobello sauber, das Bett ganz gut (schien etwas jünger zu sein); das Frühstück war ok, die Leute recht freundlich, wie sich später herausstellte und die überwältigende Aussicht auf das nächtliche Trapani machte die sehr einfache Ausstattung mehr als wett. Man hatte mir ein Zimmer in der obersten Etage gegeben, wo es eine riesige, leider überhaupt nicht genutzte Dachterrasse gab. Ich hatte mich absichtlich gegen ein ausgesprochenes Ferienhotel entschieden, weil ich hoffte, dem organisierten Tourismus zu entgehen, und das hat dann auch geklappt. Dass die Dusche im dritten Stock nur gelegentlich Wasser lieferte, war angesichts des Urlaubsgebietes kein Grund zur Reklamation. Da Waschbecken und Klospülung funktionierten brachte wenigstens das Haarewaschen etwas Aufregung – geht es nun oder geht es nicht? Gemessen an dem Zimmerpreis des auch in der Nebensaison horrend teueren Sizilien war die Hotelleistung aber in Ordnung.

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Mein morgendlicher Blick auf das um diese Tageszeit immer noch etwas im Dunst liegende Trapani mit seiner sichelfrömigen Hafenanlage. Klarere Fotos gibt es davon nicht, da sowohl für die Auffahrt als auch für das Runterfahren vom Berg jeweils 20 Minuten draufgingen. Schlaue Köpfe nehmen von Trapani aus die Seilbahn, die genau an meiner Dachterrasse vorbeigeht.
erice1.jpg
Ein Blick auf die sich rechts von der Terrasse bietenden Aussicht darf auch nicht fehlen, auch diese niemals dunstlos wegen des frühen Morgens. Das äusserte Ende des letzten Landzipfels am Horizont sollte der Ausgangspunkt für meine Tour des nächsten Tages werden – San Vito Lo Capo.

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